Alle haben etwas gelernt

Vor dem letzten Saisonspiel: Einblicke und Einsichten beim ersten Rückblick auf die Saison

 

Saarlouis. Es gibt nichts schön zu reden, wenn man auf die am Samstag in Eisenach zu Ende gehende vorerst letzte Zweitliga-Saison der HG Saarlouis zurückblickt. Aber von ausserhalb ein „vernichtendes Urteil“ zu fällen, Zitate aus dem Kontext zu lösen und damit ein Bild zu zeichnen, das die Realitäten nur bruchstückhaft schildert, das mag man so machen, den Tatsachen entspricht es aber eben nur teilweise.

 

Ja, bei der Kader-Zusammenstellung im neunten Jahr 2. Bundesliga, wurden offenkundig Fehler gemacht. So entpuppte sich die ursprüngliche Beurteilung des Leistungsvermögens einiger Spieler erst im Laufe der Runde als Fehleinschätzung. Ja, die Abgänge, z.B. Jonas Faulenbach, konnten sportlich und charakterlich nicht adäquat ersetzt werden und: Ja, es gab mit Arthur Muller einen Spieler, der offenkundig zu keiner Zeit Zugang zum Leistungssportgedanken gefunden hat. Dabei waren sich zu Saisonbeginn alle – der damalige Trainer Jörg Bohrmann eingeschlossen – einig, er sei eine gute Verpflichtung.

 

Das war eines der Puzzleteile, die dazu geführt haben, dass es letztlich nicht gereicht hat. Ein anderes war die Tatsache, dass es im Mannschaftsgefüge nicht gestimmt hat, dass der „Leitwolf“ fehlte und dass der eine oder andere die ihm zugedachte Rolle bestenfalls phasenweise ausfüllen konnte oder wollte. Hinzu kam schließlich, dass verletzungsbedingte Ausfälle wichtiger Spieler (z.B. Walz, Schulz, Noll) immer wieder zu Improvisationen zwangen.

 

Philipp Kessler, der in den kommenden Monaten seinen A-Trainerschein macht, stellt sich auch künftig „mit Demut“ der Verantwortung. Er steht dazu, dass es ihm nicht gelungen ist, mehr aus dem verfügbaren Kader herauszuholen und hält nichts von einer pauschalen Schuldzuweisung. Auch deshalb sprach er nach der Heimniederlage am vergangenen Wochenende davon, dass er trotz allem viel gelernt habe in dieser Runde.

 

Der Neuaufbau, den der Verein ihm anvertraut hat, ist für ihn Herausforderung und Verpflichtung zugleich. Dass er dieser Aufgabe absolut gewachsen ist, davon sind nicht nur die Verantwortlichen im Verein überzeugt.

 

In jedem Ende steckt auch ein neuer Anfang: In Saarlouis richtet sich der Blick nach vorne. Der Umbruch hat begonnen und gelernt haben im Verein aus dieser Saison mit Sicherheit alle etwas…