Irre Aufholjagd und Klasse-Kampf

Saarlouis holt in Leutershausen mit 27:26-Sieg in letzter Sekunde zwei wichtige Punkte

Es gibt sie im Handball scheinbar doch, die ausgleichende Gerechtigkeit: Am Freitag hat Saarlouis mit der allerletzten Aktion gegen Neuhausen einen Punkt verloren und am Sonntag mit der allerletzten Aktion in Leutershausen zwei Punkte gewonnen. Das Traditions-Duell zwischen den Roten Teufeln und den Saarländern hielt, was es versprach. Tolle Stimmung in der Heinrich-Beck-Halle (750 Zuschauer, darunter ca. 60 Saarlouiser Fans), eine irre Aufholjagd in der ersten Spielhälfte und ein intensives Kampfspiel im zweiten Durchgang – diesmal mit dem glücklicheren Ende für die HG Saarlouis.

 

Leidenschaft und höchste Motivation von Anfang an auf beiden Seiten. Nur bei Saarlouis haperte es zunächst mit dem Torewerfen. Ein guter Alexander Hübe im SGL-Kasten, drei Bälle gegen den Innenpfosten und hinten bekam man keinen rechten Zugriff. So hieß es nach einer Viertelstunde 9:2 und auch vier Minuten später hielt beim 10:3 der Sieben-Tore-Vorsprung der Gastgeber.

 

Doch dann kehrte sich das Ganze um. Jetzt gelang den Jungs von Marc Nagel kaum noch etwas, der inzwischen auf Saarlouiser Seite eingewechselte Darius Jonczyk bekam einige Bälle zu greifen und Yann Polydore packte endlich mal seine Qualitäten aus. Auch Philipp Leist und Tom Paetow lieferten eine überzeugende Leistung ab, während Geburstagskind Marcel Engels (Herzlichen Glückwunsch!) hinten die Reihen zusammenhielt, nachdem Abwehrchef Philipp Kessler schon nach 10 Minuten die rote Karte gesehen hatte. Saarlouis legte einen irren 9:1-Lauf in gerade mal 11 Minuten auf die Platte und hatte schon zur Pause die Nase knapp vorn (12:11).

 

Doch das wollten die Gastgeber nicht auf sich sitzen lassen, sie schüttelten den Schock dieser 11 Minuten ab und machten sich daran, in ihrer Heimhalle wieder das Kommando zu übernehmen. Sie brauchten gute 12 Minuten, bis Marcel Möller zum 18:18 erstmals wieder ausgleichen konnte und die gleich darauf zog die SGL mit einem Dreierpack von Kupijai, Pfattheicher und Salger auf 21:18 davon. Saarlouis ließ sich aber nicht mehr so weit abhängen, wie in der ersten Hälfte und fünf Minuten vor Schluss war das Ding beim 23:23 durch Yann Polydore wieder ausgeglichen. Und das Unentschieden (26:26) stand auch kurz vor Schluss auf der Anzeigetafel. Und dann die Entscheidung:

 

Leutershausen hat die Gelegenheit zum Tor, doch Pat Schulz – inzwischen wieder zwischen den Pfosten der HGS – hält gegen Rechtsaussen Sascha Pfattheicher. Neun Sekunden haben die Saarländer jetzt noch. Es geht schnell nach vorne, Peter Walz macht drei mächtige Schitte und wirft in einen Block, Yann Polydore nimmt den Abpraller auf, schneller Pass auf Muri und der Linksaussen versenkt zum Siegtreffer. Und unmittelbar nachdem das Leder das Tornetz berührt, ist Schluss. Jörg Bohrmann und seine Jungs jubeln.

 

Bei den Torschützen-Angaben sowohl bei HBL, als auch bei den offiziellen Zeitnehmern gibt es Angaben, die so nicht ganz richtig sind: Das letzte Tor machte eindeutig Martin Murawski, während bei den HBL-Scouts und bei den Zeitnehmern dieser Treffer Philipp Leist zugesprochen wurde. Deshalb heute bei unserer Auflistung offizielle und unsere Angaben (in Klammern):

 

Tore HGS: Faulenbach 7, Polydore 6, Leist 5 (4), Murawski 3 (4), Walz P. 2, Weissgerber 2/2, Paetow 1, Engels 1

 

Tore SGL: Salger 6, Kupijai 4, Möller 4, Pfattheicher 4, Räpple 3/1, Ruß 2, Spohn 2, Bauer 1

 

Siebenmeter: HGS 2/2, SGL 1/1

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 6, SGL 6     (Rote Karte: Kessler nach 9:43 Minuten)

 

Zuschauer: 750

 

Schiedsrichter: Ramesh und Suresh Thiyagarajah