Junglöwen beissen zurück

HGS verliert zu Hause gegen Rhein Neckar Löwen 2 mit 30:31 (14:17)

Saarlouis. Alle Serien haben eine schlechte Angewohnheit – sie gehen irgendwann zu Ende. Am Samstagabend passierte das in Saarlouis. Nach fünf Spielen ohne Niederlage, erwischte es Saarlouis in eigener Halle. Vor 1170 Zuschauern unterlag das Team von Philipp Kessler der Bundsliga-Reserve der Rhein Neckar Löwen 30:31 (14:17). Diese Niederlage gegen „einen sehr starken Gegner“ habe weh getan, meinte Kessler nach dem Spiel. Das Problem sei die Chancenverwertung gewesen. Daraus müsse man jetzt die richtigen Schlüsse ziehen und nächste Woche auswärts die zwei Punkte zurückholen.

 

Junglöwen-Coach Michel Abt war stolz darauf, dass seine junge Mannschaft im Hexenkessel Stadtgartenhalle („… noch nie so eine Halle erlebt…“) habe bestehen können. Am Ende waren es vor allem Can Adanir im Tor und der junge Linksrückraum-Kanonier Philipp Ahouansou, die in der entscheidenden Phase der Partie die Akzente auf Seiten der Gäste setzten.

 

Akzente setzte gleich zu Beginn der Partie auch das Team von Philipp Kessler, allerdings mit negativen Vorzeichen: 3 technische Fehler, 3 Ballverluste und 3 schnelle einfache Gegentore. So stand es nach 3 Spielminuten schon mal 0:3. In der Folge rannten die Gastgeber diesen 3 Toren hinterher, ja es wurde noch deutlicher – nach 17 Minuten stellte Sebastian Trost das Ergebnis auf 7:12 und zwang Philipp Kessler zur ersten Auszeit und kurz darauf zum Wechsel im Tor. Darius Jonczyk kam für den glücklosen Pat Schulz und führte sich auch gleich gut ein. Fünf Minuten und drei Paraden später hatten die Gastgeber auf 10:13 verkürzt. Jetzt bat Michel Abt seine Jungs zum Gespräch und wenig später war der alte Abstand wieder hergestellt (11:16, 26.). Bis zum Pausentee konnte die HGS noch auf 14:17 verkürzen. Viele der fast 1200 Fans in der Halle waren sich einig darin, dass die Junglöwen das bislang beste Team war, das sich in Saarlouis vorgestellt hatte. Gleichzeitig hatte man die eigene Mannschaft längst nicht aufgegeben: Da kommt noch was.

 

Und es kam etwas: Zwei schnelle Tore durch Abadie (nach Steal) und Noll (Gegenstoß nach Darek-Parade) zum 16:17-Anschluss. Sie hatten sich in der Pause was vorgenommen. Den anschließenden Bolius-Siebenmeter egalisierte wieder Gegenstoß-Noll zum 17:18 (37.). Es war jetzt richtig Feuer im Spiel. Rifel fing sich eine 2-Minuten-Strafe ein, Kessler nimmt seinen Torwart vom Feld und Junglöwen-Goalie Adanir trifft zum 17:19 (39.) ins leere HGS-Tor. Aber die Gastgeber sind jetzt richtig drin in der Partie. Ein doppelter Linkshänder-Schlag (Abadie und Louis) und nach 40 Minuten und 22 Sekunden ist der Ausgleich endlich geschafft: 19:19.

 

Und es kommt noch besser: Pat Schulz pariert den Siebenmeter von Leon Bolius, auf der anderen Seite netzt Kapitän Peter Walz zur 20:19-Führung. Trost gleicht aus und nochmals Walz bringt Saarlouis mit 21:20 (43.) wieder in Führung. Kurz darauf sind die Unparteiischen gefordert. Rudel-Bildung und Gerangel in der Löwen-Defensive, nachdem Abadie heftig gefoult wurde. Die Konsequenzen: Rote Karte für Pascal Noll (mit Bericht und voraussichtlicher Sperre), 2 Minuten gegen Junglöwe Maximilian Kessler und noch eine gelbe Karte gegen Löwen-Coach Abt.

 

Kurz darauf ist dann wieder Handball und Ivo Kucharik trifft zum 22:20 (44.). Abt nimmt die nächste Auszeit und die Junglöwen beissen zurück, lassen sich nicht weiter abschütteln. Nach dem 24:22 nutzen die Gastgeber ihre Möglichkeiten auch nicht und so können die Junglöwen ausgleichen (24:24, 49.). Auszeit Kessler, Abadie stellt auf 25:24, Tim Ganz verwandelt den Siebenmeter zum 25:25 (51.). Lars Walz wird auf die Strafbank geschickt, Ganz trifft von der Siebenmeterlinie das Torgebälk, fängt den Abpraller und bringt seine Farben wieder in Führung (25:26, 52.). Wieder bringt die HGS freie Bälle nicht im Kasten unter, beziehungsweise Adanir hält. Anders die Gäste: Sie treffen, führen zwei Minuten vor Schluss mit 27:30. Die Entscheidung. Saarlouis kann nur noch verkürzen. Am Ende jubeln die Gäste.

 

Statistik HGS: Schulz (3 Paraden, 1 Siebenmeter), Jonczyk (12 Paraden), Peter Walz 10/1, Abadie 9/2, Grbavac 4, Noll 3, Leist 2, Kucharik 1, Louis 1

 

Statistik RNL: Adanir (13 Paraden, 1 Siebnmeter, 1 Tor), Ahouansou 6, Ganz 5/2, Trost 4, Neagu 4, Braun 3, Bolius 3/1, Keller 3, Wichmann 2

 

Siebenmeter: HGS 3 / 4 , RNL 3 / 5

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 6 (rote Karte Noll), RNL 6

 

Zuschauer: 1170

 

Schiedsrichter: Kaplan/Scheld