Saarlouis holt dritten Sieg in Folge

Kampfspiel beim 35:32 (14:13)-Heimeerfolg gegen Pfullingen – Hartz verletzt

 

Saarlouis. Rechnung beglichen! Mit dem dritten Sieg in Serie überzeugte eine hochmotivierte und kampfstarke HGS ihre 1150 Fans in der Stadtgartenhalle. Dabei war der VfL Pfullingen über 60 Minuten der erwartet unangenehme Gegner, der mit allem was er hatte, dagegenhielt. Und auch wenn VfL-Coach Frederick Griesbach am Ende nicht ganz einverstanden war, der 35:32 (14:13)-Sieg von Saarlouis war verdient. Ob er dann auch teuer bezahlt wurde, wird sich erst am Montag herausstellen, wenn die Knöchelverletzung von Max Hartz genauer diagnostiziert werden kann.

 

Der Rückraumspieler musste schon nach 16 Minuten – er hatte gerade das 8:7 markiert – von der Platte, nachdem er umgeknickt war. Das zwang HGS-Coach Philipp Kessler früh zur Umstellung im Rückraum. Er und die 1150 Zuschauer sahen in der Folge ein sehr umkämpftes, emotionales Spiel zweier Teams, die unbedingt gewinnen wollten. Kessler war in der Analyse der Partie im Trainergespräch danach, dann auch durchaus selbstkritisch: “…in der ersten Halbzeit haben wir es nicht gut gemacht, was das Rückzugsverhalten angeht. Pfullingen hat sehr viel Tempo gemacht und viele Tore aus der schnellen Mitte und erster und zweiter Welle gemacht.“ Auch wenn die Verteilung von Siebenmetern (9:2 für Pfullingen) und Zeitstrafen (7:4 gegen Saarlouis) etwas ungleich gewesen sei, wolle er den jungen Unparteiischen keinen Vorwurf machen, es sei für beide an diesem Abend wohl „ein bischen schwierig“ gewesen. „Um so stolzer bin ich, wie die Jungs reagiert haben und dass sie das Spiel nicht aus der Hand gegeben haben, es bis zum Ende durchgezogen haben mit maximaler Kampfbereitschaft und Einsatz.“

 

Zum Spielfilm zurück: Zwei der wichtigsten auf Seiten der Gastgeber – Peter Walz und Ivo Kucharik – setzten die ersten erfolgreichen Nadelstiche, sorgten für die 2:0-Führung nach fünf Minuten und waren auch maßgeblich daran beteiligt, dass es nach 9 Minuten 5:3 für die HGS hieß. Doch Pfullingen ließ sich nicht abhängen, nutzte das schnelle Spiel und ihr Bester, Rechtsaußen Christian Jabot, markierte wenig später den Anschluss. Jetzt lief ein weiterer wichtiger Protagonist auf Seiten der HGS so langsam heiss: Pat Schulz parierte den ersten Siebenmeter von Lukas List und „guckte“ gleich danach auch den Strafwurf von Micha Thiemann an die Querlatte. Als Peter Walz dann den zweiten (und letzten 7m im Spiel) für die HGS zum 6:4 verwandelte, hatten die Gäste das Ganze vermeintlich wieder im Griff. Max Hartz erhöhte noch auf 7:4 (14.), ehe Pfullingen mit Hochgeschwindigkeit, einem Heber und zwei Gegenstößen ausgleichen konnte (7:7, 16.). Dann die Schrecksekunde in der Halle: Maximilian Hartz bringt seine Farben wieder in Front (8:7), als er aber aus dem Sprungwurf landet, knickt er um, muss vom Feld getragen werden: Bänderverletzung, Sprunggelenk? Die endgültige Diagnose steht noch aus und alle hoffen, dass es nicht so schlimm ist.

 

Kurzzeitig sind die Saarländer etwas aus dem Konzept und Pfullingen gelingt beim 8:9 (18.) die erste Führung im Spiel. Zwei Auszeiten und zehn verteilte Tore später ist Halbzeit in der Stadtgartenhalle und von der Anzeigtafel leuchtet ein knappes 14:13.

 

Und es bleibt zunächst eng, ja Pfullingen kann noch zwei Mal die Führung übernehmen (15:16, 33. und 16:17, 35.), bevor die HGS dann endgültig das Kommando übernimmt. Mit Treffern von Niklas Louis, Ivo Kucharik, Peter Walz und Pasi Noll kann sich das dezimierte Kessler-Team auf 23:20 (43.) absetzen und zwingt Frederick Griesbach zur Auszeit. Doch die hilft den Gästen nicht wirklich weiter. Zwar versenkt Christian Jabot den inzwischen achten Siebenmeter für die Württemberger noch zum 23:21, aber Peter Walz erhöht postwendend auf 24:21 (46.).

 

Die Schluss-Viertelstunde ist angebrochen. Pat Schulz nimmt Jabot Pfullingens Siebenmeter Nummer 9 ab, Josip Grbavac bringt Leist mit einem Super-Anspiel in Wurfposition und der markiert das 25:21 (48.). Saarlouis behält die Kontrolle, läßt sich auch durch Zeitstrafen nicht aus der Ruhe bringen. Beim 30:25 (54.) durch „den Käpt’n“ biegen die Gastgeber endgültig auf die Siegerstraße ein. Frederick Griesbach legt zum letzten Mal den grünen Karton auf den Zeitnehmertisch, ordert seine Jungs für die Schlussphase in die offene Manndeckung. Das bringt ein Ergebnis-Verbesserung, aber spätestens, als Grbavac etwa 90 Sekunden vor dem Abpfiff auf 33:29 stellt, ist man in der Halle sicher: Diese beiden Punkte bleiben heute hier. Und auch wenn noch fünf Treffer in einer hektischen Schlussphase fallen, Saarlouis zunächst mit einer Zeitstrafe gegen Kucharik, dann einer weiteren gegen Peter Walz nur mit fünf Mann auf der Platte steht, es brennt nix mehr an. Pasi Noll setzt mit dem 35:32 acht Sekunden vor dem Ende ein Ausrufezeichen hinter dieses Spiel und den dritten Sieg in Folge.

 

Statistik HGS: Pat Schulz (14 Paraden, 2x7m), Pter Walz 10/2, Kucharik 7, Noll 4, Leist 3, Lielais 3, Hartz 2, Grbavac 2, Louis 2, Thierry 1, Rifel 1.

 

Statistik VfL: Becker (7 Paraden), Gückel (5 Paraden), Jabot 13/5, Roth 5, Breckel 4, List 3/1, Prinz 3, Thiemann 2, Schmid 1, Möck 1

 

Siebenmeter: HGS 2/2, VfL 6/9

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 14, VfL 8

 

Zuschauer: 1150

 

Schiedsrichter: Sakovski/Schneider