Einen Punkt gewonnen

HG Saarlouis holt mit Siebenmeter in der Schluss-Sekunde beim Aufsteiger in Dessau noch das 24:24-Unentschieden

 

Am Ende waren sie mit dem 24:24 (9:13)-Unentschieden auf der einen Seite zufrieden: „Den Punkt nimmt uns keiner mehr.“, so HGS-Team-Betreuer Jörg Kaiser nach dem reinen Kampfspiel vor 1050 Zuschauern in der Anhalt-Arena. Lars Weissgerber, der junge Rechtsaussen der HG, zeigte in der Schluss-Sekunde keine Nerven und versenkte den Siebenmeter zum 24:24-Gleichstand. Auf der anderen Seite trauerten die Jungs von Jörg Bohrmann allerdings dem „verlorenen Punkt“ auch ein bischen hinterher, denn die Chancen für den ersten Auswärtssieg der Saison waren durchaus da. Doch der Reihe nach.

 

Der Aufsteiger übernahm nach 5 Minuten (2:2) das Kommando in der stimmungsvollen Anhalt-Arena und setzt sich in nur 3 Minuten auf 5:2 ab. Saarlouis kommt irgendwie nicht in Tritt. Jörg Bohrmann versucht nach einer Viertelstunde seine erste Auszeit, ist mit dem 4:7-Rückstand und dem Spiel seiner Jungs überhaupt nicht zufrieden. In der Folge bäumen sich die Saarländer mal auf und schaffen – auch weil Pat Schulz den ersten von insgesamt 3 Siebenmetern pariert – den 7:6-Anschluss (18.). Danach bleiben die Gäste in Schlagdistanz, verpassen aber zwischen der 23. und 28. Minute beim Stand von 10:9 mehrere Chancen zum Ausgleich. Die Folge: Der DRHV baut bis zur Halbzeitpause seinen Vorsprung wieder auf 13:9 aus.

 

Die Kabinen-Ansprache von Jörg Bohrmann rüttelt sein Team dann auf und sie kommen mit neuem Angriffsgeist aus der Kabine. In Minute 36 sind sie beim 15:14 wieder dran, weil jetzt die Linkshänder im rechten Rückraum Jerome Müller und Yann Polydore ihre Möglichkeiten nutzen. In Minute 43 ist es dann endlich so weit: Yann Polydore zimmert das Leder zum 18:18 in den Kasten. Auf der Gegenseite dann die nächsten Siebenmeter (Nummer 7 und 8) für das Team von Uwe Jungandreas. 20:19 leuchtet der Zwischenstand von der Anzeigentafel. Die Siebenmeter-Serie geht weiter, zuerst für die Gäste. Weissgerber versenkt zum 20:20 (49.). Ebenfalls wieder „vom Punkt“ sorgt Sohmann für das 21:20 und auch der neuerliche Ausgleich wird mit Strafwurf erzielt.

Saarlouis nutzt in der 53. Minute dann doch die Chance zur ersten Führung durch Yann Polydore. Peter Walz blockt, Pat Schulz pariert den nächsten Strafwurf der Gastgeber und Lars Weissgerber stellt mit seinem Treffer von Rechtsaussen das Ergebnis auf 21:23.

Da sind 55 Minuten gespielt, aber die Saarländer können den Vorsprung nicht halten. Drei Treffer in Folge und der DRHV hat die Nase wieder vorn. Jörg Bohrmann holte die letzte Auszeit 38 Sekunden vor dem Ende. Auf der Uhr sind noch 29 Sekunden, als Polydore verschießt. Den Gegenzug vereitelt Patrick Schulz. Als der schnell den neuen Angriff einleiten will, reisst Sliwka Jonas Faulenbach im Mittelkreis um und kassiert dafür die rote Karte. Die regelkonforme Konsequenz: 7 Meter für die HGS. Lars Weissgerber übernimmt die Verantwortung und trifft zum Punktgewinn.

Ohne Spielmacher Ibai Meoki, ohne Michael Schulz (verletzte sich im ersten Angriff) und ohne Marcel Engels ist man in Saarlouis mit diesem Punktgewinn durchaus zufrieden. Nächste Woche kommt dann Eisenach ins Saarland.

Tore HGS: Müller 8, Polydore 5, Weissgerber 4/3, Faulenbach 2/1, P. Walz 2, Paetow 2, Murawski 1

 

Tore DRHV: Sohmann 6/5, Pfeiffer 5, Sliwka 4, Donath 2, Wasielewski 2, Pavlicek 1, Vanco 1, Hönicke 1, Schade 1, Hanner 1

 

Siebenmeter: HGS 5/4, DRHV 9/6

Zeitstrafen in Minuten: HGS 12, DRHV 10 (60. direkte rote Karte gegen Sliwka)