Meoki sichert den Punkt

HG Saarlouis macht drei Sekunden vor Schluss das 26:26 (13:19) – Zwei grundverschiedene Halbzeiten

 

„Wenn man das ganze Spiel betrachtet, muss man am Ende mit dem gewonnen Punkt zufrieden sein.“ HGS-Manager Richard Jungmann hatte nach dem 26:26 (13:19) am Freitagabend in Ferndorf so etwas wie ein lachendes und ein weinendes Auge. Die knapp 1000 Zuschauer in der Sporthalle Stählerwiese wurden erst in Halbzeit 2 so richtig laut, als ihre Jungs, angeführt vom Neuzugang Stojcevski, den Pausenrückstand Tor um Tor aufholten.

 

Doch von Beginn an: Die Jungs von Jörg Bohrmann waren von Beginn an „scharf wie eine Rasierklinge“, spielten eine aggressive offensive Abwehrformation und ließen den Gastgebern keine Zeit zum Luftholen. Zudem war Kapitän Jonas Faulenbach mit einer überragenden Leistung vorne Vorbild. Dabei traf es die Saarländer schon nach fünf Minuten heftig, eigentlich Lars Weissgerber. Der Jugend-Nationalspieler erhielt einen Schlag gegen den Kopf, blieb benommen liegen und wurde aus Vorsicht im Spiel nicht mehr eingesetzt. Seine beiden Siebenmeter verwandelte er dennoch sicher.

 

Saarlouis war nach zehn Minuten durch einen Gegenstoß von Michael Schulz erstmals in Führung gegangen und baute diesen Vorsprung bis zu 18. Minute auf 7:11 aus. Als Peter Walz nach 20 Minuten dann zum 8:13 traf, war die 1. Hälfte praktisch entschieden. Saarlouis ließ nicht viel zu. Nur die Erfahrenen im Team, Stojcevski und Heyme sorgten dafür, dass der Vorsprung der Saarländer nicht noch größer wurde.

 

Die Halbzeit-Pause war dann auch der Wendepunkt in der Partie. Ferndorf kam nun in der Defensive viel besser mit den Saarländern zurecht und Torhüter Kai Rottschäfer hatte zu Beginn der zweiten 30 Minuten seine beste Phase. Es vergingen fast 12 Minuten und eine Bohrmann-Auszeit, bis die Saarländer durch Murawski endlich mal wieder trafen. Da hatte Ferndorf den Vorsprung der Gäste aber schon deutlich zusammenschrumpfen lassen, waren beim 17:19 (41.) wieder in Schlagdistanz und die Stählerwiese stand jetzt wie ein Mann hinter ihrem Team. Doch die Saarländer wehrten sich. Ein Doppelschlag vom spanischen Spielmacher im HGS-Trikot sorgte beim 18:22 (44.) nochmals für etwas Nervenberuhigung bei der HG. Doch es blieb nicht dabei. Jetzt gab es eine ganze Reihe von Stürmerfoul-Pfiffen und Zeitspiel-Anzeigen. Doch Ferndorf zeigte einen guten Kampf und konnte nach 48 Spielminuten beim 23:23 von Volentics erstmals seit der 11. Spielminute wieder ausgleichen. Noch zwei Mal konnten die Saarländer durch Jerome Müller und Jonas Faulenbach vorlegen, bevor der TuS eineinhalb Minuten vor dem Ende durch Mestrum sogar 26:25 in Führung ging. Für die HGS drohte auf einmal der doppelte Punktverlust. Coach Jörg Bohrmann ging in den letzten 30 Sekunden volles Risiko, nahm den Torwart raus und brachte den siebten Feldspieler. Mit 7 gegen 6 spielten die Saarländer ihren Spielmacher in eine 1-gegen1-Situation und Ibai Meoki wackelte seinen Gegenspieler aus und versenkte das Leder 3 Sekunden vor Schluss zum verdienten 26:26.

 

Schon am Sonntag geht’s weiter und das Team brennt darauf, in der Partie gegen Aue ihr Publikum wieder zu versöhnen.

 

Tore HGS: Faulenbach 8, Meoki 7, Polydore 3, Michael Schulz 2, Murawski 2, Weissgerber 2/2, Müller 1, Walz 1

 

Tore TuS: Stojcevski 9/4, Volentics 6, Mestrum 5, Heyme 3, Julian Schneider 2, Lucas Schneider 1

 

Siebenmeter: HGS 2/2, TuS 4/4

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 14, TuS 10 (rote Karte wg. 3×2 Min gegen Paladin 49.)

 

Schiedsrichter: Heine/Standke

 

Zuschauer: 970

(Foto: TuS Ferndorf)