Ferndorf und Löwen im Finale

Drittligisten Nußloch und Saarlouis „sind raus“

Saarlouis. Es war das erwartete Handballfest in der Stadtgartenhalle. Beide Halbfinals dieses wohl letzten First-Four-Pokal-Turniers in Saarlouis boten nicht nur Handbal vom Feinsten, sondern auch beste Unterhaltung und am jeweiligen Ende die erwarteten Ergbnisse: Zweitligist TuS Ferndorf schlägt Drittligist SG Nußloch 36:28 (17:15) und der Topfavorit Rhein-Neckar-Löwen dominiert Drittligist und Gastgeber HG Saarlouis mit 46:23 (20:12). Somit kommt es am heutigen Sonntag (17 Uhr) zum Duell Ferndorf vs Löwen um den Einzug in die nächste Runde.

 

 

Ferndorf schlägt Nußloch

 

Es war ein ehemaliger Saarlouiser, der beim Zweitligisten die Akzente setzte: Julius Lindskog Andersson. Der Spielmacher war mit seinen 11 Treffern nicht nur bester Torschütze der Partie, sondern gab auch die entscheidenden Impulse, denn Nußloch, angeführt von Christian Zeitz, wehrte sich lange. Das Team von Marc Nagel hielt lange dagegen, führte nach 6 Minuten 4:2 und war auch in der zehnten Spielminute noch mit 5:7 in Front. Der TuS kam dann aber so langsam in Schwung. Andersson sorgte beim 7:7 (12.) erstmals für den Gleichstand. Aber das Team aus der 3. Liga Mitte setzte sich erneut mit zwei ab (7:9, 13.). In der Folge war es ein Spiel auf Augenhöhe (15:15, 25.). Erst in diesen letzten 5 Minuten der ersten Hälfte stellt Ferndorf das Ergbnis in Richtung Sieg und geht mit 17:15 in die Kabine.

 

Nach dem Seitenwechsel bleibt das Ergebnis Spitz auf Knopf. Die 18:15-Führung nach 31 Minuten gleicht die SG zwei Minuten später wieder aus. In der Schluss-Viertelstunde verlassen den Drittligisten in wenig die Kräfte und Ferndorf kann sich Tor um Tor absetzen und baut bis 12 Minuten vor dem Ende den Vorsprung auf 28:23 aus. Damit ist der Widerstand von Nußloch gebrochen. Sie können nun nichts mehr zusetzen und am Ende ist das Ergebnis klar: 36:28 und der Einzug ins Turnierfinale ist geschafft.

Rhein-Neckar-Löwen dominieren Saarlouis

 

Eine Stunde später ist die Halle endgültig voll (1550 Zuschauer offiziell) und alle fiebern dem Auftritt der Löwen entgegen. Leider muss Teammanager Oliver Roggisch vor Beginn zwei Namn streichen: Uwe Gensheimer und Andy Schmid stehen nicht auf der Platte, sind bei den Handball-Kids aber als Autogramm-Geber besonders nachgefragt.

 

Auch der Drittligist aus dem Saarland muss auf zwei wichtige Spieler verzichten: Ivo Kucharik und Darius Jonczyk können nicht mitmachen. Wenn man realistisch war, vor der Partie, dann ging es darum, sich ordentlich zu präsentieren und vor allem dem Heimpublikum ein tolles Erlebnis zu bieten. Und das haben sie geschafft, auch wenn das Ergbnis am Ende standesgemäß deutlich war.

Ausgeglichen war das Spiel in den ersten Minuten. Der hoch engagierte Peter Walz und Wladi Kurotschkin sorgten für die ersten drei Treffer der Saarländer und das 3:3 nach fünf Minuten. Zwei Fehler der Gastgeber bestraften die Löwen dann blitzschnell und im Kasten des Erstligisten zeigt Andreas Palicka immer öfter, dass er zu den Top-Torhütern der Liga gehört. Beim Stand von 6:4 (10.) kauft er Philipp Leist einen Siebenmeter ab und statt des Anschluss-Treffers fallen kurz danach die 8:4- und 9:4-Führung. Die Löwen sind in der Spur und endgültig im Spiel angekommen. Aber Saarlouis stabilisiert sich wieder, hält dagegen und den Rückstand annähernd gleich. Sechs Minuten vor der Pause heisst es 16:11. Doch die Löwen ziehen noch mal richtig an, stellen das Ergebnis auf 20:12. Trotzdem sind die Fans, Tommy Wirtz und Philipp Kessler am Ende mit Halbzeit 1 nicht unzufrieden. Der Drittligist hat sich nach Kräften behauptet.

 

Der Start in die zweiten 30 Minuten misslingt der HGS aber so richtig. Die Löwen bestrafen auch den kleinsten Fehler gnadenlos, setzen sich kontinuierlich weiter ab. Bim 30:15 nach 41 Minuten ist die Frage nach dem Sieger längst keine mehr, aber die Saarlouiser Fans bejubeln jede gelungene Aktion „ihrer Jungs“ und Philipp Kessler gibt auch seinen A-Jugend-Bundesliga-Spielern (Vincent Hein, Marvin Schug) Einsatzzeiten. Das Ergebnis spielt jetzt keine Rolle mehr. Die Jungs zeigen, dass sie Spaß haben, zaubern noch einen umjubelten Kempa-Treffer aufs Parkett und holen sich trotz der 23:46-Niederlage verdienten Beifall beim Publikum ab.

Heute um 17 Uhr heißt das Turnier-Finale Ferndorf vs. Rhein-Neckar-Löwen.

 

Fotos: Rolf Ruppenthal/ 17. Aug. 2019