„Großes Kopfproblem“

HG Saarlouis verliert zu Hause auch gegen Eisenach 21:27 (12:15)

 

Saarlouis. Absolut zweitligatauglich war am Freitagabend das Publikum in der Stadtgartenhalle: Die Rekordkulisse von 1475 Zuschauern gab alles und versuchte die Mannschaft immer wieder anzutreiben. Allein es half nicht. 20 Minuten bis zur 10:8-Führung war die Leistung desmTeams ok – auch weil man den Gästen aus Eisenach die Verunsicherung anmerkte. Was die Saarländer danach zeigten, war nicht wirklich zweitliga-tauglich. „Wir haben ein großes Kopfproblem, die Jungs sind extrem verunsichert.“, so beschreibt es Trainer Phillip Kessler. Die Jungs wollten ein Zeichen setzen, allein das Wollen reichte an diesem Abend aber einfach nicht und sorgte für Glücks-Gefühle bei Eisenach-Coach Nils Kühr, der die „rote Laterne“ abgeben konnte.

 

Saarlouis kämpft sich ins Spiel, Anderes war auch nicht zu erwarten gegen die körperlich überlegene und robuste Defensive der Thüringer. Nach der ausgeglichenen Anfangs-Viertelstunde (7:7) kann sich die HGS dann mal zwei Tore absetzen. 10.8 heißt es nach 20 Minuten. Und plötzlich ist bei den Gastgebern alles weg – so, als hätte jemand das Licht ausgeknipst. Die bekannten Muster mit Fehlwürfen, Ballverlusten und ideenlosem Angriffsspiel sind wieder da. Mit einem 7:0-Lauf in den folgenden acht Minuten setzen sich die Mannen um Matze Gerlich, Marcel Niemeyer und Marcel Schliedermann ab (10:15, 28.) . Während Saarlouis den Matchplan vergisst, in bekannte Muster verfällt und dabei auch noch an Jan Steffen Redwitz schier verzweifelte (12 Paraden), fliegen zuerst Pat Schulz und ab der 22. auch Darius Jonczyk die Bälle nur so um die Ohren. Mt 12:15 werden die Seiten gewechselt.

 

Die HGS erholt sich aber nicht mehr. Der Kopf ist leer, der Widerstand nur noch ein Automatismus. Eisenach hat derweil die Anfangs-Verunsicherung völlig abgelegt, spielt die zweiten 30 Minuten nicht gut, aber cool und clever zu Ende, nutzt die körperlichen Vorteile und die Rückraum-Kanoniere Gerlich und Saul ersticken immer wieder jedes kleine Hoffnungsfünkchen bei Saarlouis. Hinzu kommt noch, dass Stanislaw Gorobtschuk sowohl Lars Weissgerber, als auch Julius Andersson je einen Siebenmeter abkauft. Die Partie ist aus Sicht der Gastgeber ein absolutes Spiegelbild der gesamten Vorrunde und endet für die Saarländer auf dem vorletzten Tabellenplatz

 

Die Jungs brauchen nach dem Spiel am Dienstag gegen Nordhorn „eine Pause für den Kopf“ und dann werden wir uns intensiv auf die restlichen Rückrundenspiele vorbereiten, sagt Philipp Kessler im Trainergespräch nach dem Spiel. Aber das wird dieses Mal eine ganz, ganz schwere Aufgabe, den Klassenerhalt doch noch zu packen…

 

Statistik HGS: Schulz (1 Parade), Jonczyk (6 Paraden), Kreis (n.e.), Hartz (n.e.), Leist 1, Kolodziej 2, Murawski, Weissgerber 3/3, Barkow 2, Muller 2, Müller 5, Andersson, Polydore 1, Engels 4, Noll 1/1

 

Statistik Eisenach: Redwitz (12 Paraden), Gorobtschuk (2 Paraden, 7m gegen Weissgerber und gegen Anderssson), Brand (n.e.), Iffert, Wöhler 4, Luther, Gerlich 7/1, Miljak, Schhliedermann 3, Hansen 1, Baur, Streckhardt, Popa 2, Niemeyer 2, Weyhrauch 3, Saul 5/2.

 

7 Meter: HGS 4/6, ThSV 3/3

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 10, ThSV 10

 

Zuschauer: 1475

 

Schiedsrichter: Briese/von der Beeck