Saarlouis bezwingt Gummersbach

Mit 28:27 (15:12) gelingt der HGS der Einzug ins Achtelfinale des DHB-Pokals

 

Innerhalb von 24 Stunden zwei der namhaftesten deutschen Traditionsvereine zu schlagen und damit ins Achtelfinale des DHB-Pokals einzuziehen, das ist für die HG Saarlouis schon historisch zu nennen. Der TV Großwallstadt (4 mal Pokalsieger) lieferte dem saarländischen Zweitligisten am Samstag einen ganz harten Kampf und gab sich erst im Siebenmeter-Werfen geschlagen. Erstligist VfL Gummersbach(5 mal Pokalsieger), fand dann im Turnierfinale am Sonntag kein adäquates Mittel gegen eine bombensicher stehende HGS-Abwehr und einen überragenden Pat Schulz im Kasten der Saarlouiser. Im Angriff steuerte Julius Lindskog-Andersson die Aktionen und sein Positionspartner Falk Kolodziej machte die beiden letzten Treffer für den Zweitligisten zum verdienten 28:27 (15:12)-Erfolg und den Einzug ins Achtelfinale des DHB-Pokals. Das wird am 17./18. Oktober ausgespielt, die Auslosung der Spiele gibt es am kommenden Mittwoch beim Pixum-Supercup in der Porsche-Arena.

 

Nach dem Krimi vom Samstag war das Team der HG Saarlouis am Sonntagnachmittag heiß auf das Finale. In der Großwallstädter Sporthalle wartete Erstligist VfL Gummersbach. Zwölf deutsche Meisterschaften, fünf Pokalsiege, 13 Erfolge im Europacup, kurz einer der Großen in der deutschen Handballgeschichte, auch wenn es aktuell für die Oberbergischen nicht so ganz erfolgreich läuft. Schon am Vortag hatten sie sich gegen Erstliga-Absteiger und Zweitliga-Favorit Coburg schwer getan. Das Team von Dirk Beuchler spielte am Ende die individuelle Qualität aus und schaffte zum Schluss der Partie den Finaleinzug.

 

Klar fehlte den Oberbergischen Mittelmann Simon Ernst, aber auch beim Zweitligisten fehlten mit dem neuen Rückraum-Shooter Arthur Müller, Linksaussen Pascal Noll und Kreisläufer Peter Walz drei wichtige Eckpfeiler des Spiels.

 

Aber von Beginn an entwickelte sich ein richtig enges Finale. Wie schon am Vortag gegen Coburg kam der VfL nur schwer in die Partie, traf erst nach 6 Minuten das erste Mal. Schon in dieser Anfangsphase deutete sich an, dass auf beiden Seiten die Torhüter eine ganz wichtige Rolle spielen sollten. Pat Schulz und Carsten Lichtlein zeigten sich dabei auf hohem Niveau gleich stark. Mit der aggressiv beweglichen Deckung des Zweitligisten kam Gummersbach nicht wirklich zu Recht und nach 6 Minuten führte die HGS 3:1. Die Oberbergischen legten dann zu, schafften nach einer Viertelstunde den Ausgleich (5:5) und gingen gleich darauf mit 5:7 in Front. Aber Saarlouis hielt dagegen, war nach 21 Minuten zähem Ringen beim 8:8 wieder gleich auf und nun übernahmen die Saarländer wieder die Führung, stellten beim 12:10 den 2-Tore-Vorsprung vom Anfang wieder her. Ein Doppelschlag von Marcel Engels und Jerome Müller sorgte für die doch für viele überraschende 15:12-Pausenführung.

Apropos Jerome Müller und Lars Weissgerber. Beide Junioren-Nationalspieler waren richtig gut drauf und erzielten zusammen die Hälfte der Saarlouiser Treffer (Weisgerber 8/2, Müller 6).

 

Der VfL Gummersbach hatte sich in der Kabine wohl eine Beuchler-Predigt anhören müssen, denn sie kamen wacher vom Pausentee zurück. Beim 17:17 nach 36 Spielminuten, schienen sie die Partie zu ihren Gunsten drehen zu können. Aber das schien nur so. Saarlouis blieb unbeeindruckt. Als Michael Schulz einen Freiwurf direkt am verdutzten Lichtlein vorbei zum 22:21 verwandelte, war aus Sicht der Bohrmann-Jungs alles wieder im Lot. Doch die Oberbergischen wollten mehr. Als sie nach 48 Minuten das Ergebnis auf 22:24 stellten, schien sich die Geschichte vom Vortag zu wiederholen. Jörg Bohrmann nahm seine letzte Auszeit, sortierte seine Jungs neu und die legten nach. Yann Polydore, bis dahin sehr stark in der Abwehr, traf nun auch vorne, machte den 23:24-Anschluss und als Julius Andersson einen VfL-Pass abfing und Lars Weissgerber auf die Reise schickte, war erneut der Gleichstand geschafft. Und damit nicht genug Polydore machte kurz danach die 25:24-Führung für Saarlouis. Noch sechs Minuten auf der Uhr und Dirk Beuchler versuchte in einer Auszeit seine Jungs auf den Endspurt auszurichten. Doch die Saarländer wollten jetzt eine Runde weiter. Lars Weissgerber und Falk Kolodziej treffen, es steht 27:25, noch sind es drei Minuten und Beuchler nimmt die letzte Auszeit, erfolgreich, seine Jungs schließen auf 27:26. Doch die Zeit wird eng. Als erneut Falk Kolodziej sich ein Herz fasst und auf 28:26 erhöht, sind nur noch 30 Sekunden übrig. Das reicht noch für den Anschluss-Treffer, zu mehr nicht. Saarlouis ist eine Runde weiter und jubelt mit den lautstarken HGS-Fans über einen historischen Erfolg.

Tore HGS: Weissgerber 8/2, Müller 6, Andersson 3, Murawski 3, Engels 2, Michael Schulz 2, Polydore 2, Kolodziej 2.