Rückblick und Ausblick

Nach Corona-Saison Hoffnung auf neue reguläre Spielzeit – Walz ganz nach Eisenach

 

Saarlouis. Ausblick und Rückblick nach einer Saison, die geprägt war von leeren Hallen, Corona-Quarantäne und Zwangspausen. Ein schwieriges Jahr für Verein und Sportler, ein Jahr, in dem deutlich wurde, dass Handball ohne Publikum, ohne stimmungsvolle Emotionen auf den Rängen trotz TV-Live-Übertragungen (sportdeutschland.tv) vieles vermissen ließ.

Der Sportliche Leiter der HG Saarlouis, Mathias Ecker, schaut trotz allem „optimistisch auf die neue Spielzeit“. Und HGS-Cheftrainer Philipp Kessler schließt sich an: „Wir alle streben nach diesem schwierigen Jahr nach Normalität im Alltag und kleinen Highlights, wie zum Beispiel dem Besuch eines HG-Spiels am Samstag Abend um 19:30 in einer gut gefüllten Stadtgartenhalle. Wir haben die Hoffnung, dass zu Rundenbeginn Anfang September wieder Zuschauer zugelassen werden und wir zusammen mit Fans, Sponsoren und treuen Helfern eine gewohnte Einheit abbilden können.“

Die Basis für diesen Zukunfts-Optimismus bei den Verantwortlichen wurde in diesem Corona-Jahr trotz aller Widrigkeiten gelegt. Deshalb ist ein Rückblick auf die sportliche Seite durchaus angezeigt.

Die Mannschaft startete in die vergangene Rumpf-Spielzeit optimal, holte in fünf regulären Partien vier Siege und war beim Saisonabbruch Tabellenführer. Mathias Ecker im Rückblick: „Wir waren optimistisch, dass wir unseren Lauf hätten fortsetzen können.“ Für Philipp Kessler war der 30:26-Heimsieg gegen den Meisterschaftsfavoriten Krefeld das Highlight dieser Startphase.

Doch dann übernahm das Virus die Hauptrolle auch im Handballsport. Während erste und zweite Liga weiterspielen durften (ohne Zuschauer), wurde die dritte Liga zunächst unterbrochen und schließlich vorzeitig beendet. Für die HG Saarlouis war die Partie am 31. Oktober 2020 das vorerst letzte Liga-Spiel.

Es folgte eine Zeit von Unwägbarkeiten, Abwarten auf fallende Infektionszahlen, Konzeptentwicklungen des DHB zu einem möglichen Spielbetrieb mit Testkonzepten,… es herrschte große Unsicherheit, ob und wie es überhaupt weitergehen könnte.
Kessler: „Mental war es sicherlich eine, wenn nicht die schwierigste Saison für unsere Mannschaft, vor allem im Trainingsbetrieb die nötige Spannung aufrecht zu erhalten, ohne zu wissen, wann und wie es weitergehen soll.“

Zwangspause. Beim DHB machte man sich auch intensiv Gedanken. Es wurden eine Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga und ein Ligapokal-Wettbewerb für die Drittligisten in Absprache mit allen Vereinen beschlossen und terminiert. Doch für die Aktiven der HGS hieß es erst mal: Kein Trainingsbetrieb im Januar/Februar 2021, eine zweiwöchige Quarantäne nach einer Corona-Infektion im Umfeld.

Philipp Kessler: „Uns war zu jeder Zeit bewusst, dass wir ein absolutes Privileg genießen, überhaupt Hallensport ausüben zu dürfen. Umsetzbar ist und bleibt der Leistungshandball in Saarlouis nur mit unseren treuen Fans und Dauerkarteninhabern, unseren treuen Sponsoren und den vielen Helfern rund um den Verein. Vielen herzlichen Dank, auch im Namen der gesamten Mannschaft, für eure dauerhafte Unterstützung in besonderen Zeiten.“Mathias Ecker zum Thema Ligapokal: „Wir hatten wir für diesen Wettbewerb zwei Ziele ausgegeben: Neben der Integration unserer jungen Spieler ins Team sollte einer der beiden ersten Tabellenplätze erreicht werden. Gerade die jungen HGS-Spieler Grgic, Wagner, Reinshagen und Noh haben in der Pokalrunde viele Spielanteile erhalten und konnten durchweg überzeugen. Dies ist für die Zukunft des Teams & des Vereins eine wichtige Erkenntnis. Darüber hinaus übernahm vor allem Tom Paetow in der Spielsteuerung viel Verantwortung und zeigte dabei stets ordentliche Leistungen. Die Pokalrunde war insofern sehr wichtig für uns, dass wir uns erstens wieder zeigen und zweitens auch auffällige Defizite erkennen konnten, die wir gemeinsam analysiert & besprochen haben. Deren Verbesserung wird Hauptbestandteil der kommenden Vorbereitung sein. Die Punkte sind klar und hier erwarte ich in der nächsten Saison eine deutliche Steigerung.“

 

Peter Walz bleibt in Eisenach

Und mit der „Einbindung unserer Eigengewächse“ zeigte sich auch Philipp Kessler durchweg zufrieden. Den Abgang von Kapitän Peter Walz in die 2. Liga zum ThSV Eisenach, habe man zusätzlich verkraften müssen. Der Leader fehlte in Saarlouis und setzte bei den zu diesem Zeitpunkt abstiegsbedrohten Eisenachern gewohnt starke Akzente, so dass die Thüringer ihn über die Ausleihe hinaus aufgrund der Ausstiegsklausel im Vertrag mit der HGS für drei Jahre fest unter Vertrag genommen haben. Mathias Ecker: „Wir danken Peter für seine kämpferischen Einsätze im HGS-Trikot und wünschen ihm alles Gute und eine erfolgreiche Zeit in Eisenach.“

Am Ende des Ligapokals heißt die Bilanz aus Saarlouiser Sicht: Die Integration der Nachwuchs-Talente ist bestens gelungen, das Ziel, einen der beiden ersten Plätze in der Gruppe zu erreichen, wurde nach der Niederlage im Derby gegen Zweibrücken, verfehlt.
Doch der Blick der Sportlichen Leitung der HGS geht jetzt nach vorne.

Kessler & Ecker: „Nächste Saison 2021/2022 werden wir Veränderungen im Kader auf zentralen Positionen, ohne Loic Laurent als Spielgestalter und Peter Walz am Kreis verarbeiten müssen, die stets gute Leistungen im HGS-Trikot gezeigt haben. Allerdings konnten mit den beiden luxemburgischen Nationalspielern Tommy Wirtz und Adel Rastoder, sowie dem Spielmacher Lukas Hüller drei interessante Neuzugänge verpflichtet werden, die uns verstärken und weiterhelfen werden. Wir haben die Aufgabe über eine intensive Vorbereitung ein schlagkräftiges Team zu formen und unser Spielsystem weiter zu entwickeln. Vor allem aber freuen wir uns wieder auf unsere treuen Fans & Sponsoren in der Stadtgartenhalle!“

 

Wieder zurück in Saarlouis: Tommy Wirtz