Kessler entschuldigt sich

„Das war nicht das, was ich den Fans hier zumuten kann“ – Saarlouis wieder mitten im Abstiegskampf

 

Saarlouis. So enttäuscht, wie die 1310 Fans in der Stadtgartenhalle war am Samstagabend auch HGS-Coach Philipp Kessler: „Das war nicht das, was ich von meinen Jungs sehen will, das ist nicht das, was ich erwarte und das war nicht das, was ich den Fans hier zumuten kann.“, fand der Trainer klare Worte und entschuldigte sich für die Leistung der Mannschaft bei der verdienten 25:29 (15:15)-Heimniederlage gegen Eintracht Hildesheim.

 

Anders natürlich Gerald Oberbeck. Der Coach der Eintracht war sehr glücklich und sichtlich zufrieden. Seine Mannschaft habe das sehr gut gemacht, habe den kurz nach der Pause erarbeiteten Vorsprung gut über das Spiel gebracht und wichtige Punkte sicher nach Hause gefahren.

 

Saarlouis war etwas schwerfällig in die Partie gestartet, behauptete in der Anfangsphase einen Zwei-Tore-Vorsprung (6:4 nach zehn Minuten), konnte den sogar weiter ausbauen auf 9:5 (13.) und 10:.6 (18.), gab dann aber die Kotrolle nach und nach ab. Savvas Savvas traf und Saarlouis verlor immer mehr den Faden und die Disziplin. Und so kam es, wie es kommen musste: Nach 21 Minuten glich Hildesheim beim 11:11 durch einen Tempogegenstoß erstmals aus und Kessler nahm seine erste Auszeit. Die wirkte, denn der grippegschwächte Lars Weissgerber traf doppelt und stellte das Ergebnis noch einmal auf 13:11 (23.). Ein Dreierpack vom Hildesheimer Goalgetter Savvas Savvas, zweimal vom Siebenmeter-Punkt und einmal aus dem Rückraum, brachte die erste Gästeführung in der 28. Minute (13:14). Und als Lungela in Überzahl zum 13:15 einnetzte, schien der Pausenvorsprung der Eintracht sicher. Doch Neuzugang Moritz Barkow und Lars Weissgerber mit einem Last-Second-Treffer stellte die Anzeigetafel auf 15:15. Alles möglich – auch eine Leistungssteigerung der Gastgeber.

 

Die ersten 3 Minuten der zweiten Spielhälfte blieben noch ausgeglichen, auch weil Pat Schulz einen Siebenmeter von Savvas abwehrte und Barkow im Gegenzug sicher vollstreckte (16:16, 33.). In der Folge bekamen die Gastgeber aber immer weniger auf die Reihe. Zwei Siebenmeter-Gegentore, ein Treffer vom Kreis (Tzoufras) und die Gäste setzten sich auf 16:19 (38.) ab. Die nächste Auszeit der Saarländer verpfuffte, Hildesheim baute den Vorsprung weiter aus, und als Weissgerber mit einem laschen Siebenmeterwurf an Twartz scheiterte, Tzoufras und Lungela nachlegten (18:23, 46.) war die Vorentscheidung gefallen. Saarlouis fand weder Kraft, noch spielerische Mittel, der Partie noch einmal eine Wende zu geben. Nur Ergebnis-Kosmetik blieb.

 

Für die Saarländer war diese Niederlage schmerzlich und man ist jetzt genau da, wo man eigentlich nicht mehr sein wollte: mittendrin im Abstiegskampf. Jetzt folgen zwei ganz schwere Auswärts-Partien in Hamm und in Wilhelmshaven.

 

Statistik HGS: Schulz (2 Paraden, 1 Siebenmetergeg. Savvas), Jonczyk (3 Paraden), Kreis, Leist 1, Kolodziej 1, Murawski, Weissgerber 3/1, Barkow 4, Muller 1, Müller 6, Andersson 3/2, M. Schulz, Paetow, Polydore 2, Engels 4, Noll.

 

Statistik Hildesheim: Lefan (9 Paraden), Twarz (1 Parade, 7m geg. Weissgerber), Schieb 2, Simon 1, Nelson, John 8/4, Meiser, Lungela 4, Ignatow, Tzoufras 5, Wiebe, von Hermanni, Backs, Papadopoulos 1, Savvas Savvas 8/2.

 

Siebenmeter: HGS 3 / 4, Hildesheim 6/7

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 10, Hildesheim 6

 

Schiedrichter: Linker/Schmidt

 

Zuschauer: 1310