Alles reingehauen

HG Saarlouis schlägt Balingen nach großem Kampf 29:28 (17:15)

 

Saarlouis. Kampf bis zu letzten Minute, ein tolles Spiel und endlich der erste Heimsieg in 2018: Das Team von Philipp Kessler („Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs.“) hat sich am Freitag zum Auftakt des 28. Spieltages mit dem hauchdünnen 29:28 (17:15)-Erfolg gegen hochfavorisierte „Gallier von der Alb“ endlich mal wieder belohnt. Balingens Trainer Jens Bürkle gratulierte nach der Partie der Mannschaft, „die mehr gewinnen wollte und alles reingehauen“ und aufopferungsvoll gekämpft habe. Seine Mannschaft sei an diesem Abend „einfach schlechter“ gewesen, als Saarlouis, so sein Fazit.

 

Dabei hatten sie vor 1050 Zuschauern in der Stadtgartenhalle ordentlich begonnen. Jona Schoch und und Gregor Thomann sorgten in den ersten fünf Minuten dafür, dass die Gäste mit 2:3 führten. Ein Doppelschlag von Marcel Engels und nach sechs Minuten wechselte erstmals die Führung (4:3). Und Saarlouis legte zu, auch weil Pat Schulz im Gehäuse der Saarländer einen guten Tag erwischt hatte. Seine Paraden trugen ebenso wie die Tore von Andersson und dem stark aufspielendn Lars Weissgerber für die 6:3-Führung nach 8 Minuten. Die Saarländer behaupteten diesen Vorsprung in der Folge, lagen auch nach 20 Minuten mit zwei Treffern in Front (12:10). Und als in den nächsten vier Minuten die Gastgeber sogar auf 15:10 (24.) wegziehen konnten, keimte in der Halle erstmals die Zuversicht auf, dass es heute dann doch klappen könnte mit dem Heimsieg. Ja die HGS hatte sogar die Chance, auf 16:10 zu erhöhen, vertendelte aber den Gegenstoß und Valentin Spohn verkürzte. Als Jerome Müller dann vom Unparteiischen-Gespann Dauben/Rohmer für 2 Minuten auf die Strafbank geschockt wurde, nutzte Balingen über seinen starken Aussen Thomann und Spielmacher Martin Strobel die Überzahl zum 15:13. Den Schlusspunkt setzte dann HGS-Spielmacher Falk Kolodziej quasi mit der Pausen-Sirene und nagelt das Leder zum 17:15-Pausenstand unter die Latte.

 

Moritz Barkow erhöht nach dem Seitenwechsel direkt auf 18:15, aber Balingen wehrt sich, kommt wieder auf und ist beim 20:20 (43.) von Tim Nothdurft wieder gleich auf. Bei vielen HGS-Fans wächst die Beefürchtung, dass es nun wieder so weitergeht, wie in den letzten Spielen. Aber dem war nicht so an diesem Abend. In der Abwehr ackern die Kessler-Jungs und vorne bringt Moritz Barkow seine Farben wieder in Front (21:20, 45.). Die entscheidende Phase des Spiels hat begonnen. Saarlouis legt vor, Balingen zieht nach (22:22, 49.). Andersson tankt sich durch – 23:22, auf der anderen Seite blockt Michael Schulz den Wurfversuch von Martin Strobel, eröffnet damit Jerome Müller die Chance wieder auf zwei Tore wegzugehen. Und der nutzt das: 24:22 (52.). Crunchtime in der Stadtgartenhalle. Foth sorgt für den Anschlusstreffer, Weissgerber erhöht auf 26:24. Noch immer sind knapp sieben Minuten auf der Uhr und Balingen bleibt dran. 136 Sekunden sind noch zu spielen, als HGS-Kapitän Martin Murawski das 28:26 erzielt, aber postwendend macht Lukas Saueressig erneut den Anschluss. 66 Sekunden vor Schluss versenkt Andersson einen Siebenmeter zum 29:27 – die Vorentscheidung, auch wenn Runarsson ebenfalls von der Siebenmeterlinie den erneuten Anschluss macht. Es sind immer noch 36 Sekunden zu spielen, Saarlouis hat durch Barkow noch eine Chance auf das 30. Tor, doch der scheitert an Maggaiz. Drei Sekunden und Einwurf für die HG – der Sieg ist sicher und man merkt es förmlich, wie allen Spielern ein Riesenbrocken von der Seele fällt. Der Jubel ist entsprechend, ein wichtiger Schritt gemacht. Mal sehen, wie es weitergeht, nächste Woche in Coburg und dann wieder zu Haus gegen Essen….

 

Statistik HGS: Pat Schulz (9 Paraden, 2x Siebenmeter gegen Gretarsson und Thomann), Jonczyk, Kreis, Hartz, Leist, Kolodziej 3, Murawski 3, Weissgerber 8/1, Barkow 5, Muller, Müller 1, Andersson 3/1, M. Schulz 2, Paetow, Engels 4, Noll.

 

Statistik HBW: Maggaiz (4 Paraden, 1 Siebenmeter gegen Weissgerber), Baumeister, Schönningsen, Foth 2, Wagner, Flohr, Hausmann 2, Thomann 5, Friedrich 3, Nothdurft 3, Runarsson 1/1, Gretarsson 1/1, Strobel 2, Schoch 6, Spohn 1, Saueressig 2.

 

Siebenmeter: HGS 2/3, HBW 2/4

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 8, HBW 14

 

Schiedsrichter: Dauben/Rohmer

 

Zuschauer: 1050