„Sieg des Willens“ beim TV Willstätt

Dezimierte HGS holt beim 27:21(15:13)-Erfolg erste Auswärtspunkte der Saison

 

Willstätt. „Das war ein Sieg des Willens“. HGS-Coach Philipp Kessler freute sich am Freitagabend auf der Heimfahrt aus der Ortenau über einen gelungenen Auftritt seiner dezimierten Truppe gegen den TV Willstätt, der am Ende mit 27:21 (15:13) sogar noch deutlich wurde. Dabei musste Kessler in Sachen Aufstellung richtig improvisieren, nachdem schon am Vorabend feststand, dass Tommy Wirtz fehlen würde und somit die linke Aussenposition vakant war. Die Lösung für das Problem hieß in der zweiten Spielhälfte Max „Uwe“ Hartz. Doch dazu später mehr.

Ex-Bundestrainer Martin Heuberger sieht HGS-Auswärtserfolg

 

Der frühere Bundestrainer Martin Heuberger und offiziell 600 Zuschauer in der Hanauerland-Halle sahen in der Anfangsphase einen engagierten TV Willstätt, der die Pleite aus dem ersten Heimspiel gegen Fürstenfeldbruck wettmachen wollte und Saarländer, die nur schwer in die Partie fanden. TVW-Spielmacher Daniel Schliedermann und den rechten Rückraumschützen Jan-Lennart Beering bekam die HGS-Defensive zunächst überhaupt nicht in den Griff. Hinzu kam, dass die Unparteiischen Kraaz/Lay durch ihre teils merkwürdige Kommunikation und Regelauslegung dazu beitrugen, dass die Saarländer keinen Zugriff fanden. In der Konsequenz hieß das nach sechs Minuten 4:1 für Willstätt. Es brauchte in der Folge einen bestens aufgelegten Patrick Schulz im Kasten und das Trio Grbavac, Walz und Leist, um die Partie aus Sicht der Gäste ins richtige Fahrwasser zu bringen. Nach einer Viertelstunde war Saarlouis dann richtig im Spiel, Grbavac schoss den 7:7-Ausgleich und Wladi Kurotschkin sorgte kurz danach für die erste Führung der HGS (7:8, 16.).

 

Und die wollten die Saarländer nun nicht mehr abgeben. Bis zur 23. Spielminute folgte das Spielchen: die HGS legt einen vor, Willstätt gleicht aus. Erstmals zwei Tore Vorsprung waren es dann beim 11:13, vier Minuten vor der Pause. Das Team von Marco Schiemann nutzte Offensiv-Fehler der Gäste noch einmal zum Ausgleich (13:13, 28.). Philipp Kessler nimmt die Auszeit, sortiert seine Reihen und sagt das Spiel für die beiden letzten Minuten der 1. Hälfte an. Gesagt, getan: Grbavac und Peter Walz sorgen mit ihren Treffern zum 13:15- Pausenstand für die Grundlage einer starken zweiten Spielhälfte.

 

Saarlouis baut den Vorsprung aus, erhöht in den ersten fünf Minuten der zweiten Hälfte auf 14:18. Der Vier-Tore-Vorsprung hält bis zum 15:19 in der 40. Minute. Willstätt hat sich aber längst nicht aufgegeben. Auch wenn die lautesten Anfeuerungen in der Halle der HGS gelten, schaffen es die Gastgeber durch Überzahlsituationen beim 18:19 (42.) noch einmal den Anschluss herzustellen. Kessler zieht erneut rechtzeitig die grüne Time-out-Karte und Saarlouis hat in der Folge gleich mehrfach die richtigen Anworten.

 

Zehn Minuten vor Schluss zündet dann „Linksaussen-Ersatz“ Max Hartz den Turbo. Sein Treffer zum 18:21 (50.) ist der Auftakt für einen furiosen Schlusssport der Gäste. Auch wenn ein sehr gut haltender Rafal Grzybowski im TVW-Kasten mit seinen Paraden dafür sorgt, dass sein Team nochmal auf 21:22 (53.) aufschließen kann, ist es wieder Max Hartz, der mit seinem Treffer in Unterzahl zum 21:23 die Entscheidung einläutet. Die Auszeit von Schiemann bewirkt nun nix mehr. Das Ding ist gegessen. Saarlouis hat aber noch Körner: Hartz (2 mal), Walz und Leist treffen in den letzten drei Minuten noch vier Mal und tüten den ersten Auswärtserfolg der Saison und den ersten Sieg gegen Willstätt überhaupt endgültig ein. Als von der Anzeigetafel 21:27 leuchtet, jubeln ausgepumpte Spieler und fröhliche HGS-Fans gemeinsam: Auswärtssieg, Auswärtssieg….

 

Statistik HGS: Pat Schulz (16 Paraden), Leist 8/3, Grbavac 6, Walz 5, Hartz 5, Kurotschkin 2, Thierry 1

 

Siebenmeter: HGS 3/3, TVW 2/4

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 6, TVW 6