„Überragender Teamspirit“

Mit dezimierter Mannschaft und „Spielertrainer“ Kessler zum 22:21 (11:12)-Auswärtserfolg gekämpft

 

Hassloch/Saarlouis. „Es fühlt sich sehr gut an, auswärts zu gewinnen. Das hatten wir ja ziemlich lange nicht mehr.“ HGS-Coach Philipp Kessler war nach dem in Hassloch erkämpften 22:21 (11:12)-Auswärtserfolg im Auftaktspiel der neuen Drittliga-Saison gelöst, zumal er dann ja auch wirklich in der Schluss-Viertelstunde selbst mit auf der Platte stand: „Ich konnte mit meiner Erfahrung den Jungs ein bischen Stabilität geben und helfen.“ Den „überragenden Team-Spirit“ seiner Jungs hob er nach der Partie bsonders hervor: „Es kann noch nicht alles funktionieren, aber Einsatz und Einstellung passen schon richtig gut.“ Team-Manager Richard Jungmann fühlte sich sogar an die „alten Lisdorfer Tugenden“ erinnert: „Das war ein Ding, mit der dezimierten Mannschaft beim alten Rivalen Hassloch zu gewinnen. Ein satter Mannschafts-Sieg eben.“

 

Saarlouis hatte stark angefangen, lag nach 6 Minuten und je 2 Treffern von Lielais und Peter Walz schnell mit 4:1 vorne. Die Gastgeber brauchten etwas, bis sie in die Partie fanden, konnten den Rückstand gegen die stark arbeitende Deckung der Saarländer und einen bestens aufgelegten Pat Schulz aber nur langsam verkürzen. Nach einer Viertelstunde – die HGS lag 6:3 vorne – schlichen sich aber erste Fehler ins Spiel der Gäste. Die TSG nutzte diese Fehler und Unkonzentriertheiten zu einfachen Treffern und konnte nach 20 Minuten durch ihren besten Torschützen Kevin Seelos erstmals zum 7:7 ausgleichen. Bis kurz vor der Halbzeitpause folgt nun das Spielchen „Saarlouis legt vor, Hassloch zieht nach“. Als Quentin Abadi eiskalt seinen 2 Siebenmeter versenkt, sind die Gäste noch einmal vorne (10:11, 27.). Hassloch-Coach Tobias Job nimmt seine erste Auszeit, sortiert seine Reihen neu. Und es wirkt. Seelos gleich aus und 58 Sekunden vor der Pause macht Hannes die bis dahin erste Führung für die Gastgeber (12:11). Saarlouis kann nicht mehr ausgleichen. Für Philipp Kessler ist die Pausenführung von Hassloch glücklich: „Wenn wir alle Chancen nutzen und konsequenter zu Ende gespielt hätten, dann hätten wir mit drei oder vier Toren führen können.“

 

Aber es sollte noch etwas schlimmer kommen: Die Pause hatte der TSG wohl besser getan. Mit einem Dreierpack in den ersten fünf Minuten zogen sie auf 15:11 davon. Aber Saarlouis brach nicht ein, im Gegenteil, die Mannschaft fightete angetrieben von ihren rund 50 Fans mit der Trommler-Gruppe nun richtig dagegen, und kam ebenfalls mit einem Dreierpack (Hartz, Abadie, Lielais) bis zur 40. Minute wieder ran. Und nun ließen sich die Jungs von Philipp Kessler auch nicht mehr abhängen. Der Trainer half dann selber mit auf der Platte, verteidigte und organisierte, spitzelte einem freien Gegenstoßspieler nach intensivem Sprintduell das Leder aus der Hand und hatte Anteil am Erfolg.

 

9 Minuten vor dem Ende war dann beim 18:18 durch Peter Walz alles wieder offen. Und die Kessler-Jungs wollten jetzt den Auswärtssieg allesamt. Die neuerliche Führung durch Seelos (19:18, 52.) gleicht Abadie vom Punkt wieder aus. Kurz danach schlägt ein Lielais-Geschoss zum 20:19 (54.) im Hasslocher Gehäuse ein. Spiel gedreht? Noch nicht ganz. Es bleiben noch 6 Minuten auf der Uhr. Erster Hoffnungsfunke auf den nicht erwarteten Auswärtserfolg bei den HGS-Fans dann 3 Minuten vor dem Ende, als Peter Walz zur 21:19-Führung „winkelt“. Und der Vorkämpfer ist es auch, der nach 2 schnellen Gegentoren den Deckel drauf macht: 21:22. Hassloch kann nicht mehr ausgleichen, auch weil Pat Schulz in der Schlussphase einige Top-Paraden zeigte und so dem Team ebenfalls zu diesem Erfolg geholfen hat.

 

Statistik HGS: Pat Schulz (12 Paraden, 1 Siebenmeter), Peter Walz 5, Lielais 5, Hartz 5, Abadie 4/4, Lars Walz 3

 

Statistik TSG Hassloch: Seelos 6/1, Hartstern 4, Job 3, Kern 2, Gregori 2, Götz 2/2, Borodovskis 1, Hannes 1

 

Siebenmeter: HGS 4/5, TSG ¾

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 10, TSG 8

 

Schiedsrichter: Oliver und Philipp Frankholz

 

Zuschauer: 500