Wieder keine Punkte
41:39-Niederlage in Korschenbroich - HGS hat nach der Tabelle den zweitbesten Angriff der Liga (103 Treffer), aber auch die schlechteste Abwehr (118)
Korschenbroich. "Wenn man in der gegnerischen Halle 39 Tore schießt, dann muss ein solches Spiel eigentlich gewonnen werden.", darin waren sich die mitgereisten ca. 50 HGS-Fans in Korschenbroich einig. Wenn die eigene Abwehr dann aber 41 Tore zulässt, dem Rückraum der Gastgeber jeden Freiraum lässt und den Torhütern die Bälle nur so um die Ohren fliegen, dann sind wieder zwei Punkte futsch und man fährt einigermaßen belämmert vier Stunden lang nach Hause. Mit dem Punktestand von 0:6 ist die HGS nun tatsächlich in Liga 2 angekommen, nicht ganz wie erwartet, aber leider wie befürchtet. Totzdem, so Andre Gulbicki in der Pressekonferenz nach dem Spiel, werde er mit seinem Team hart weiterarbeiten und wenn man sich in der Abwehrarbeit bald so präsentieren könne, wie im Angriff, dann werden auch die Punte kommen.
Gut 650 Zuschauer in der Korschenbrocher Waldsporthalle sahen ein von beiden Seiten sehr offensiv geführtes Spiel, das manchmal für die beiden Unparteiischen offenkundig zu schnell war. Aus dem Kreis der Gastgeber waren ebenso "Schieber-Rufe" zu hören, wie aus dem mitgereisten HGS-Fanblock. Das spricht nicht unbedingt für eine Bestleistung.
Doch allein daran kann und will bei der HGS niemand die erneute Niederlage festmachen. Zu löchrig agierte die Abwehr auch an diesem Abend wieder. Dabei hatte es für die Saarländer gut begonnen. Schnell war man über 1:4 (3.) und 7:11 (15.) in Führung gegangen, vorallem dank eines an diesem Abend glänzend aufgelegten Dado Girgic, der nicht nur in der ersten Viertelstunde nicht nur als Ballverteiler und Anspieler sondern auch als Vollstrecker eine Klasseleistung bot. Doch die Mitaufsteiger und Gastgeber hielten dagegen, nutzten die Vielzahl ihrer Siebenmeter konsequent und vorallem Simon Breuer und Dennis Marquart konnten schießen wie sie wollten. In der 18. Spielminute fiel der vielumjubelte Ausgleich (11:11) durch den ebenfalls starken Marcel Görden und nach 20.Minuten führten plötzlich die Gastgeber mit 14:12. Mit dem einzigen gehaltenen Siebenmeterstrafwurf (von insgesamt 10 für Korschenbroich) leitete Sven Ehrich im HGS-Gehäuse einen erneuten Wechsel im Spiel ein und in Minute 27 feuerte Jakub Balaz den Ball zum 16:16-Ausgleich ins Netz. Andre Kropp und Dado Grgic im Wechsel sorgten anschließend für die 18:21-Halbzeitführung der Gäste.
Diese Führung hielt auch noch bis zur 39. Spielminute. Von da an wurde es ein offener Schlagabtausch: Korschenbroich legte eins vor, die HGS glich aus. Sieben Minuten ging das Spielchen so, bis schließlich Pieske und Simon Breuer beim 30:28 (48.) erstmals wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung für den TVK erkämpften. Die Entscheidung fiel dann zwischen der 52. und 55. Minute. Von 33:32 konnten sich Gastgeber auf 37:33 absetzen, auch dank Überzahlspiel und eines weiteren Siebenmeters. Das wars dann für die Saarländer, die zwar bis zum Ende kämpften, den Vorsprung aber nicht mehr aufholen konnten.
Bilanz der ersten Auswärtsreise in Liga 2: Niederlage, Spiel auf Augenhöhe, an die Art der Schiedrichter muss man sich offenkundig noch gewöhnen, Abwehrarbeit mangelhaft, Angriffsleistung topp, nette, freundliche Gastgeber in Korschenbroch.Und last but not least: Neuzugang Peter Nielsen konnte der Mannschaft diesmal noch nicht helfen. Er wurde zwar eingesetzt (schoß in Minute 48 sein erstes Tor für die HGS), war aber nach nur einem gemeinsamen Training noch ein Fremdkörper im Team. Erfreulich ist, dass Sven Malte Hoffman wieder mit dabei ist, unerfreulich dagegen, dass Marco Henne im Tor noch eine Weile fehlen wird.
Für die HGS geht es an diesem Mittwoch schon weiter mit der Pokalpartie gegen Niederwermelskirchen und am kommenden Samstag gastiert Delitzsch in Saarlouis. Eine heiße Woche also.
Die Spielstatistik:
TV Korschenbroich: Bauer, Leclaire; Deppisch (2), Gelbke (1), Kasal, D. Breuer (5/3), S. Breuer (13/6), Görden (6), M. Breuer, Piske (6), Marquardt (7), Ilper, Rommelfanger (1).
HG Saarlouis: Ehrich, Jonczyk; Kühn (1), Altmeyer, Fontaine (4), Balaz (4), Hoffmann (3), Nielsen (1), Koppenburg, Leist (2), Kessler (2), Lohrbach (1), Grgic (14/6), Kropp (7).
Zuschauer: 650. - Schiedsrichter: Marx/Pühler. - Zeitstrafen: 6:8 Minuten. - Siebenmeter: 10/9:6/6.


















