12. Dezember 2009

Wichtige zwei Punkte gegen TUSEM Essen

Von: P. Wagner

Harte spannende Partie vor fast 1800 Zuschauern - HGS gewinnt 36:35 (19:15) - Pöter bricht Balaz die Nase - Grgic mit 13 Treffern

Saarlouis. Es war eng, es war spannend, es war hart: Die HG Saarlouis hat den Traditionsclub aus Essen geschlagen 36:35 (19:15), verlor Jakub Balaz mit Nasenbeinbruch, aber nicht die Übersicht. Ein überragender Danijel Grgic (13 Tore), sein wieder genesener Partner Andre Kropp am Kreis (7 Tore), ein überzeugender Sven Malte Hoffmann (7 Tore) und ein in der entscheidenden Phase treffsicherer Andre Lohrbach (5 Tore) waren  die Matchwinner der Partie.

HGS-Coach Andre Gulbicki  in der Pressekonferenz nach den Spiel: Essen sei der erwartet schwere Gegner gewesen. Trotzdem habe seine Mannschaft über weite Strecken geführt. Insbesondere in der Schlussphase habe Essen den Saarländern  alles abverlangt.  Es war kein schönes Spiel aber was zählt, sind die zwei Punkte. Die HGS ist nun mit 16:16 Punkten Neunter und kann damit beruhigt in die beiden nächsten Auswärtsspiele gehen. Aber Andre Gulbicki wäre nicht er selber, wenn da nicht noch der Nachsatz gekommen wäre: Als nächstes fahren wir nach Bittenfeld und wir werden auch dort alles daran setzen, zu gewinnen.

Die fast 1800 Zuschauer in der Stadtgarten-Halle erlebten einen Handballabend, der weitaus mehr Spannung und Emotionen bot, als das Late-Night-Shopping in der Stadt.

Die HGS übernahm in der 4. Spielminute (3:2) das Kommando in der Partie, konnte sich aber nie mehr als drei Tore absetzen. Dank eines starken Mathias Gerlich (11 Tore) und eines effektiven Spielgestalters Philipp Pöter (6 Treffer) geriet der TUSEM nicht wirklich auf die Verlierer-Straße. Über 8:6 (11. Minute),  12:9 (18. Min.) und 15:12 (22. Min.) arbeitet die HGS an diesem Abend Handball. Flüssige Kombinationen und rafinierte Spielzüge waren Fehlanzeige. Kampf, Einzelaktionen und eine immer wieder funktionierende Achse Grgic-Kropp ließen die Fans beim 19:15 zur Pause hoffen, dass die Mannschaft nun eine sichere 2. Hälfte spielen könnte.

Doch die HGS ließ sich von Essen überraschen, die mit mehr Elan aus der Kabine kamen und das Tempo anzogen. In nur etwas mehr als vier Minuten war die Pausenführung futsch und der TUSEM konnte erstmals seit der 3. Spielminute wieder gleichziehen (21:21,  35. Minute). Von diesem Zeitpunkt an war es ein Kampf auf Biegen und Brechen. Saarlouis legte wieder drei vor (24:21,  38, Min.), Essen zog nach 24:24 (41. Min.). Und dann schoß Patrick Wiencek die Gäste sogar 25:26 in Führung. Andre Gulbicki zog die Notbremse, nahm die Auszeit und richtete die HGS neu aus. Jetzt kam die stärkste Phase von Rechtsaussen Sven Malte Hoffmann. Per Siebenmeter glich er aus (26:26), brachte anschließend (46.) sein Team beim 27:26,  beim 28:27 und beim 29:28 gleich dreimal hintereinander wieder in Führung.

Jetzt waren noch knapp zehn Minuten Spielzeit auf der Uhr  und der TUSEM ließ sich nicht abschütteln. 52. Minute: 30:30. Dado Grgic bringt Saarlouis wieder in Führung und auf dem Feld wird es heftiger. Wiencek erhält für ein Foul am Spielmacher der HGS zwei Minuten,  legt sich hochemotional auch noch mit Hoffmann an und erhält gleich nochmals 2. Minuten und damit gleichzeitig die rote Karte.  Ein Hammer von Christian Kühn zum 32:30 (55.) bring den Aufsteiger auf die Siegerstraße. Doch Essen kämpft aufopferungsvoll – auch in Unterzahl. Doch die letzten fünf Minuten werden von einem Mann geprägt: Andre Lohrbach. Der Linksaussen der HGS macht mit drei rotzfrechen Toren in dieser Phase alles klar für die Saarländer. 36:35 – als die Schlußsirene ertönt fallen sich auf den Rängen die Fans und auf der Platte die Spieler in die Arme. Zwei ganz wichtige Punkte sind eingefahren und Jakub Balaz ist rechtzeitig zur Siegesfeier auch wieder in der Halle, mit Röntgenbildern seiner gebrochenen Nase. Mannschaftsazrt Dr. Wolfgang Schneider: Jetzt muss er wohl im nächsen Spiel mit einer Gesichtsmaske spielen.

HGS Manager Richard Jungmann ist bei der abschließenden Pressekonferenz sichtlich zufrieden mit der Vorweihnachts-Bilanz seiner HGS und auch Essens Coach Christof Szargiej, der zuvor noch mit den Schiri-Entscheidungen gehadert  hatte, zeigt sich versöhnlich: Ihr habt verdient gewonnen.  Gleichzeitig äußerte er aber auch Stolz auf seine junge Mannschaft, die sich immer weiter entwickele. Und in der Spielpause werde man sich, so kündigte er an, vielleicht auch noch mit ein oder zwei erfahrenen Spielern verstärken können.

Tore HGS; Grgic 13/2,  Kropp 7, Hoffmann 7/1, Lohrbach 5,  Fontaine 2, Kühn 2

Für Essen: Gerlich 11/2,  Pöter 7/1, Wiencek 5, Wöss 5, Tovornik 3, Schütte 3, Ciupinski 1

Siebenmeter: HGS 5/3, Essen 3/3

Zeitstrafen in Minuten: HGS 4, TUSEM 16

Disqualifikation: Wiencek (3x 2 Min.)

 

 

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