13. Februar 2010

Toller Sieg dank Grgic, Nielsen und Henne

Von: Peter Wagner

Mit 42:40 den Topp-Aufsteiger Korschenbroich bezwungen - Festung Stadtgartenhalle hält Stand trotz der Personalnot - Mannschaft zeigt Charakter und Klasse-Leistung

Saarlouis. 1400 Zuschauer, Bombenstimmung, 82 Tore, die beiden besten Torjäger der Liga in allerbester Spiellaune und am Ende zwei wichtige Punkte für die HG Saarlouis: Das war am Samstagabend beim Duell der Aufsteiger zwischen der HGS und dem TV Korschenbroich beim 42:40 (19:18) allerfeinste Handballkost und dazu von höchstem Unterhaltungswert für das Publikum. Beide Teams spielen erfrischenden Angriffshandball und haben mit David Breuer und Daniel Grigic auch die herausragenden Torschützen der Liga in ihren Reihen. Und die beiden zeigten, warum sie in der Torjägerliste ganz vorne stehen: Daniel Breuer schoss 17 Tore, Danijel Grgic deren 15.

Was die Zuschauer erfreute, das gefällt den Trainern aber weniger. Korschenbroichs Coach Khalid Kahn nach der Partie: Wenn man auswärts 40 Tore schießt und nicht gewinnt, dann weiß man, dass es in der Abwehr nicht stimmt. Die HGS hat verdient gewonnen, weil sie vor allem in der 2. Halbzeit mit der besseren Abwehr und einer Reihe von tollen Paraden von Marco Henne auch in diesem Bereich besser waren. So braucht Saarlouis sich keine Gedanken um das Thema Abstieg machen.

Andre Gulbicki bedankte sich aus ganzem Herzen für die Unterstützung der Fans, ohne die man diese Leistung nicht hätte bringen können. Die Mannschaft habe gerade in dieser Phase mit drei verletzten Leistungsträgern, Charakter gezeigt und darauf sei er stolz.

Aus dieser Mannschaft, die an diesem Abend insgesamt funktionierte ragten aber einige ein Stückchen heraus: Da war zunächst natürlich die Seele des HGS-Angriffswirbels Dado Grgic. Er schoss nicht nur 15 Tore, sondern führte das Team gewohnt engagiert. Da war am Samstag aber auch Peter Nielsen, der auf der rechten Rückraum-Position endlich in Saarlouis richtig angekommen ist. Zum ersten Mal seit seiner Verpflichtung zeigte der Däne, was wirklich in ihm steckt. Er traf neun Mal ohne Fehlversuch und hatte diesmal lediglich zwei Ballverluste zu verantworten. Der verletzte Jakub Balaz war der erste, der Peter Nielsen gratulierte.

Da war aber auch ein Dennis Koppenburg, der Andre Kropp am Kreis vertrat und eine Klasse-Leistung zeigte. Unter der Woche hatte er so hart gearbeitet wie nie und holte sich an diesem Abend seinen verdienten Lohn in Form von stehenden Ovationen durch das Publikum.

Last but not least: Marco Henne, nach der Halbzeitpause für Sven Ehrich ins Tor gerückt, steigerte er sich von Minute zu Minute und parierte sieben ganz wichtige Bälle, die ausschlaggebend dafür waren, dass die HGS sich in der Endphase absetzen konnte.

Zum Spiel: Ausgeglichene drei Spielminuten (2:2), dann übernahmen kurzzeitig die Gäste das Kommando und gingen mit 2 Toren (2:4) in Führung. Zwischen der 6. und 9. Minute traf nur einer: Peter Nielsen lochte gleich vier Mal in Folge ein und die HGS war plötzlich wieder mit zwei Toren in Front (6:4). Bis zur 18. Minute behaupteten die Gastgeber diese Führung (12:10), doch Korschenbroich blieb immer dran und konnte zwei Minuten später beim 12:12 wieder ausgleichen. Bis zum Pausenpfiff blieb die Partie so ausgeglichen und mit 19:18 wurden die Seiten gewechselt.

Auch nach der Pause blieb das Spiel auf Messers Schneide: Die HGS legte einen vor und kassierte postwendend den Ausgleich. Als dann aber Marco Henne gleich mehrere Angriff der Gäste abblockte, konnte Saarlouis erstmals wieder drei Tore Vorsprung erkämpfen (24:21, 37. Min.). Und Khalid Kahn nahm früh in der 2. Hälfte eine Auszeit. Zunächst erfolglos. Sven Malte Hoffmann erhöhte auf 25:21. Doch das war keine Vorentscheidung. David Breuer und sein Team kämpften sich wieder heran und hatten in der 40. Minute beim 26:25 den Anschluss wieder gefunden. Zu mehr reichte es aber nicht mehr. Zehn Minuten vor dem Ende waren die Saarländer wieder mit vier vorne (32:28). Und als im folgenden Angriff Dennis Koppenburg mit einem seiner fünf Treffer den Vorsprung nochmals um eins erhöhte, schien der Drops gelutscht. Die Saarländer ließen sich das nicht mehr nehmen, das konnten auch die 1400 begeisterten Zuschauer fühlen, die schon vier Minuten vor dem Abpfiff erstmals geschlossen aufstanden und ihr Team anfeuerten.

Khalid Kahn versuchte alles, stellte frühzeitig auf offene Manndeckung um, doch auch damit ließen sich die Saarländer nicht mehr aus dem Konzept bringen. Zwar fielen in der Schlussphase noch eine Reihe schneller Tore, am Ende aber war die HGS  mit zwei Toren vorn und feierte Minuten lang mit ihren Fans diesen wichtigen Sieg.

In all der Freude über diesen Erfolg liegt aber auch ein weiterer Wermutstropfen. Phillipp Kessler, der einen sehr gute Abwehr-Partie spielte,  erlitt im Zweikampf eine Gehirnerschütterung und zwei Cuts unter und über dem rechten Auge. Team-Arzt Dr. Wolfgang Schneider hofft, dass er nächste Woche dabei sein kann. Und auch Daniel Fontaine ist angeschlagen, er war im Abschluss-Training umgeknickt und spielte mit großen Schmerzen. Auch er wird in der kommenden Woche nicht voll trainieren können.

Tore für Saarlouis: Grgic 15/3, Nielsen 9, Lohrbach 5, Hoffmann 5, Koppenburg 5, Kühn 1, Fontaine 1, Kessler 1

Tore für Korschenbroich: Davod Breuer 17/4, Görden 8, Simon Breuer 5, Ilper 3, Rommelfanger 3,  Piske 2, Markus Breuer 1, Deppich 1

 

Zeitstrafen (in Minuten): HGS 8, TVK 8

Siebenmeter: HGS 4/3. TVK 5/4

Schiedsrichter: Moles/Pittner (mussten sich phasenweise heftige Kommentare aus dem Publikum anhören für ihre Leistung).

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