SIEG GEGEN FRIESENHEIM ERKÄMPFT
Von: Peter WagnerHGS schlägt Erstliga-Absteiger 38:35 (19:17) - Wieder Verletzungspech bei den Gästen
Saarlouis. "Wenn nicht jetzt, wann dann", hatten wir im Vorfeld den Text der Handballhymne zitiert. Und in diesem Text gibt es eine weitere Frage "...sag mir wo und wann". Die Antwort gab die HG Saarlouis im Liga-Spiel folgendermaßen: "in der Stadtgartenhalle, am Samstagabend". Die Saarländer schlugen den Erstliga-Absteiger TSG Friesenheim am Ende verdient mit 38:35 (19:17) und sicherten ihren Platz unter den Top-Sechs der Liga, gleichauf bei den Pluspunkten mit Minden, dem DHC Rheinland und Emsdetten.
Und beim Blick auf die Tabelle fühlt man sich als HG-Anhänger an die vorangegangenen beiden Zweitliga-Jahre erinnert: Bester Angriff (339 Tore) und löchrigste Abwehr (349 Gegentore). Zumindest am heutigen Abend.
So war die Aussage von HG-Coach Andre Gulbicki, man habe zuviele Fehler produziert und am Ende beim Sieben-Tore-Vorsprung nicht konsequent zu Ende gespielt, von einem Fan als "Jammern auf hohem Niveau" bezeichnet worden.
Das Mitgefühl der Saarländer galt derweil den Gästen aus dem Ludwigshafener Vorort. Das Verletzungspech haftet dem Team von Thomas König an den Versen. Gerade konnte er wieder auf seinen Spielmacher Andrej Kogut ("...er hat seinen Rhythmus noch nicht wieder") zurückgreifen, da fällt ihm ein weiterer wichtiger Spieler aus. Benjamin Matschke zog sich vermutlich einen Kreuzbandriss zu. Das ist bitter, meinte König, baute aber auch auf die Tatsache, dass die Saison noch lang ist. In diese Kerbe hieb auch HG-Coach Andre Gulbicki, als er meinte, man werde Friesenheim noch viel weiter oben sehen, als zur Zeit.
Die knapp 1600 in der Festung Stadtgartenhalle erlebten ein Kampfspiel mit "Polen-Power" (Bartek Janiszewski und Lukasz Czertowicz), viel Tempo, einem bestens aufgelegten Andre Lohrbach und einer Energieleistung der gesamten Mannschaft, obwohl Ingars Dude grippegeschwächt war, Dirk Holzner noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist und Philipp Leist ganz fehlt.
Saarlouis begann mit einer 5:1-Deckung, die aber nach Gulbickis Ausfassung zu wenig aggressiv agierte. So lief das Spiel in den ersten 15 Minuten zunächst mit Vorteilen für die Gäste. Erst als Andre Lohrbach in der 14 und 15. Minute mit einem Doppelschlag zum 9:9 ausgleichen konnte, begann sich die Waagschale zu Gunsten der HG zu senken. Aber zunächst nur minimal. Friesenheim hielt dagegen und vor allem der starke Felix Kossler (am Ende 10 Treffer) hielt sein Team im Spiel.
Aber die Deckung der Saarländer - inzwischen wieder auf die 6:0-Formation umgestellt, festigte sich in der Folge. Drei bärenstarke Paraden hintereinander von einem guten Jan Peveling und die HG führte nach 20. Minuten 13:11.
90 Sekunden vor dem Pausenpfiff der souverän leitenden Fabian Baumgart und Sascha Wild, waren die Gäste beim 17:17 wieder gleich auf. Doch der starke Batosz Janiszewski und der pfeilschnelle Andre Lohrbach netzten zur 19:17-Pausenführung ein.
Die vorentscheidende Phase der Partie folgte kurz nach Wiederanpfiff zwischen der 33. (20:19) und der 39. (27:22), als die Saarländer einen knackigen Zwischenspurt einlegten. Jetzt begeisterte auch Kapitän Dado Grgic mit blitzsauberen Treffern und Daniel Fontaine traf ins seiner unnachahmlichen Art.
Friesenheim erholte sich von diesem Rückstand nicht mehr. Den größten Abstand gab es mit sieben Toren in der 51. Minute, als Otto Fetser zum 35:28 traf.Als Joko Julvecourt eineinhalb Minuten vor dem Ende zum 38:33 traf waren die Punkte sicher in Saarlouis. Hintenraus schaukelten die Saarländer die Partie zu Ende, vielleicht auch durch die längere Pause bei der Verletzung von Matschke etwas aus dem Rhythmus gebracht und ließen Ergebnis-Kosmetik der Gäste zu.
Mit diesem wichtigen Sieg hat die HGS ihre Position im vorderen Mittelfeld gefestigt und kann nun ohne besonderen Druck am nächsten Wochenende zur Partie nach Bad Schwartau reisen.
Tore HGS: Lohrbach 11/3, Fontaine 7, Grgic 6, Julvecourt 4, Janiszewski 3, Czertowicz 3, Dude 2, Fetser 2
Tore Friesenheim: Kossler 10/1, Becker 6/3, Brandt 5, Grimm 5, Bühler 4, Kogut 3,
Matschke 1, Klimek 1
Siebenmeter: HGS 4/3, TSG 4/4
Zeitstrafen in Minuten: HGS 8, TSG 10
Zuschauer: 1557


















