20. Februar 2010

Knapp an der Überraschung vorbei

Von: Peter Wagner

HGS verliert in Delitzsch nach tollem Kampf-Spiel erst in der Schlußphase mit 31:34 (14:19) - Überragender Gabor Pulay hält Punkte in Sachsen

Delitzsch/Saarlouis. Mit leeren Händen mussten sich gestern Abend die Saarländer auf den Heimweg machen. In einem am Ende hochspannenden Spiel gewann Delitzsch  verdient mit 34:31(19:14) und das dank eines Mannes: Gabor Pulay im Gehäuse der Nordsachsen. Er hielt nicht nur mit Super-Paraden sein Team in der entscheidenden Schlussphase im Spiel, sondern schoss mit viel Übersicht 40 Sekunden vor Ende das 33:31 sogar selbst, weil Saarlouis mit sieben Feldspielern agierte. Die HGS hat toll gekämpft, aber in der Kultur- und Sporthalle in Delitzsch fehlten den Saarländern nicht nur Andre Kropp, Daniel Altmeyer und Jakub Balaz, sondern auch der  8. Mann - das Saarlouiser Publikum.

Schon in der Anfangsphase der Partie kaufte Gabor Pulay im Gehäuse der Sachsen den Saarlouiser Angreifern zunächst den Schneid ab. Er parierte nicht nur den ersten Grgic-7-Meter in der 3. Spielminute, sondern auch in der Folge mehrere Saarlouiser Angriffe. So ging Delitzsch bis zur 8. Spielminute klar mit 5:1 in Führung und zwang HGS-Coach Andre Gulbicki schon in Spielminute 9 beim Stand von 7:2 zu einer ersten Auszeit.  Doch der Ordnungsruf des Gäste-Trainers fruchtete zunächst nichts. Die Concorden behaupteten ihren Vorsprung und konnten ihn bis zur 18. Minute sogar auf 15:8 ausbauen. In den folgenden fünf Minuten können die Saarländer zwar auf 16:12 verkürzen, aber um richtig Anschluß zu finden, reichte es bis zum Pausenpfiff nicht. Mit einem beruhigenden 19:14 gehen die Delitzscher in die Kabine. Das sah schlecht aus für die Saarländer.

Aber Andre Gulbicki  schickte nach der Pause eine neu motivierte Truppe auf die Platte und die 850 Zuschauer in der Kultur- und Sporthalle begannen sich so langsam zu wundern. Daniel Fontaine und Andre Lohrbach, an diesem Abend der beste Torschütze der Saarländer mit 10 Treffern, sorgten neben einem toll haltenden Marco Henne dafür, dass die HGS wieder ins Spiel kam. Beim 21:21 in der 39. Minute schafften die Gäste erstmals in der Partie den Ausgleich und es schien wieder alles möglich. Doch Delitzsch wollte sich nicht weiter einmachen lassen und wehrte sich jetzt wieder. Die Gastgeber erhöhten bis zur 42. Minute auf 26:23 und Andre Gulbicki legte zum 2. Mal den grünen Karton auf den Zeitnehmertisch. Und seine Mannschaft blieb dran. Peter Nielsen und Andre Lohrbach per 7 Meter schafften erneut den Anschlusstreffer.  47. Spielminute: Daniel Fontaine wird von den Unparteischen für 2 Minuten auf die Strafbank geschickt und in Unterzahl gehen die Saarländer nach Treffern von Leist und Lohrbach nun zum ersten Mal selbst in Führung: 26:27 (47. Minute). Jetzt nimmt Delitzsch-Coach Jungandreas die Auszeit, um seine Reihen zu ordnen und es beginnt eine Schlussphase, wie sie spannender nicht sein kann - mit einem Torwart im Delitzscher Kasten, dem sein Trainer später eine Weltklasse-Leistung bescheinigte. Doch der Reihe nach.

Nach dem Timeout scheitert zunächst Uli Streitenberger mit einem Siebenmeter an Sven Ehrich. Kurz darauf muss Oehlrich für zwei Minuten vom Platz und in der 39. Minute erhöht wieder Lohrbach auf 26:28 für die Saarländer. Eine Sensation schien sich aus Sicht der Saarländer anzubahnen, die übrigens in dieser Partie auch noch auf den Einsatz von Phillip Kesser verzichteten, der sich letzte Woche im Gesicht verletzt hatte.

Delitzsch berappelte sich und Boese und Oehlrich schossen bis zur 52. Minute wieder den Ausgleich - 28:28. Und dann kam das, was Jungandreas später Weltklasse nannte: Gabor Pulay parierte  gegen Dado Grgic und Sven-Malte Hoffmann zwei weitere Siebenmeter nacheinander und Martin Hummel schoss mit seinem 29:28 fünf Minuten vor dem Ende sein Team auf die Siegerstrasse. Aber die Saarlouiser bleiben dran und können knapp zwei Minuten vor dem Abpfiff ebenfalls wieder ausgleichen: 31:31. 80 Sekunden vor dem Schlusspfiff trifft wiederum Oehlrich zum 32:31 und Andre Gulbicki nimmt den Torwart raus und bringt einen siebten Feldspieler. Doch die Angreifer der HGS scheitern wieder einmal an Gabor Pulay, der sieht das leere HGS-Tor und trifft mit einem Ball über die ganze Länge des Feldes zum alles entscheidenden 33:31. Und wie im Rausch hält er Sekunden später den letzten Schnellangriff der Saarländer. Damit war die Partie endgültig entschieden, das 34:31 vier Sekunden vor dem Ende durch Eric Jacob nur noch das i-Tüpfelchen auf dem Erfolg der Delitzscher.

Saarlouis hat sich teuer verkauft in Sachsen - aber zu einer Überraschung reichte es nicht. Jetzt heißt es „Mund abwischen“ und Konzentration auf das nächste Heimspiel gegen Aue am kommenden Wochenende. Mit einer Leistung wie gegen Korschenbroich und in Delitzsch jedenfalls darf man auf einen weiteren Heimerfolg hoffen - denn da spielt auch wieder der 8. Mann - das Publikum - mit.

 

Tore für die HGS: Lohrbach 10/1, Fontaine 6, Grgic 4, Koppenburg 3, Leist 3, Nielsen 2, Hoffmann 2, Simon 1

Für Delitzsch: Streitenberger 9/5,  Hummel 6, Boese 6, Oehlich 4, Baumgärtel 4, Warmuth 2, Müller 1, Jakob 1, Pulay 1

Zeitstrafen in Minuten; HGS 4, Delitzsch 6,

Siebenmeter: HGS 4/1, Delitzsch 6/5

Schiedsrichter: Methe/Methe, Zuschauer: 850

 

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