23. September 2009

Kampf bis zum Schluss

Von: P. Wagner

HGS schafft Einzug in Runde 3 des DHB-Pokals gegen starken West-Regionalligisten TuS Wermelskirchen 30:29 (13:13)

Saarlouis. Es sind noch gut 3 Minuten in der Stadtgartenhalle in Saarlouis zu spielen. Die gut 400 Fans feuern ihre Mannschaft kräftig an. Jakub Balaz hämmert den Ball zum 29:27 ins Tor. Im Gegenzug: 2-Minuten-Strafe gegen Balaz, 7 Meter für Wermelskirchen. Dirk van Walsem knallt den Ball an die Latte und ganz nach Wembley-Art springt er vor der Linie auf. Der war nicht drin. Darek Jonczyk im Gehäuse der HGS - heute vorallem in Halbzeit 2 mit einer ordentlichen Leistung - schaut zunächst ganz ungläubig und leitet den Gegenangriff ein. Sven Malte Hoffmann sicher von ganz rechts zum 30:27. Die Entscheidung? Noch sind 77 Sekunden zu spielen. Offene Manndeckung durch Wermelskirchen. Fontaine verzieht, Gegenstoß 30:28. Wieder die HGS - die Leute stehen längst - Ballverlust. Erneut Gegenzug und Daniel Gerling erzielt das 30:29. In den restlichen 35 Sekunden passiert nix mehr. Gewonnen, eine Runde weiter.


Die gesamte Partie verlief sehr eng. Die HGS versuchte einiges in der Abwehr, spielte phasenweise eine offensive 5-1-Deckung mit Phillip Kessler als vorgezogenem Mann. Das zeigte durchaus Wirkung. Die Konzentration auf die Abwehr hatte aber auch Konsequenzen - es fehlte im Angriff an der gewohnten Konstanz. Und noch eines: Trotz aller Bemühungen in der Deckung war Wermelskirchens rechter Rückraum Thomas Zeller nie wirklich ganz auszuschalten. Er allein erzielte 8 Treffer für den Regionalligisten, der sich in Saarlouis bestens präsentierte und eine starke Leistung bot.

Es gelang dem Zweitligisten in der ersten Spielhälfte nicht, sich abzusetzen, obwohl die Möglichkeiten dazu da waren. Zu viele Einzel-Aktionen, wenig spielerische Akzente. Kurz vor dem Seitenwechsel führten die Gäste sogar mit 12:13 bevor HGS-Neuzugang Peter Nielsen zum 13:13-Pasenstand ausgleichen konnte. Der Däne - inzwischen hat er zweimal mit der Mannschaft trainieren können - deutete an, dass er die erwartete Verstärkung sein kann. Daniel Fontaine war in der 1. Hälfte zu unkonzentriert, Dado Grgic nicht ganz so effektiv, wie am letzten Wochenende. So blieb Wermelskirchen mit einer großen kämpferischen Leistung immer eng am Zweitligisten dran, der über die gesamten 60 Minuten nie mehr als einen Drei-Tore-Vorsprung herausschießen konnte. Aber die Mannschaft hat den Kampf angenommen und gezeigt, dass mit Wille und Einsatz auch ein solcher Pokal-Fight gewonnen werden kann. Am Samstag gegen Delitzsch wird das Team aber noch eine Schippe draufpacken müssen, will man beide Punkte behalten.

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