Für Jo
Von: P.WagnerHGS-Benefiz-Spiel für Joachim Deckarm gegen Grosswallstadt mit Unterstützung des Handballverbandes Saar
Saarlouis. Es ist Freitag, der 30. März 1979. Der Tag, an dem der VfL Gummersbach das Halbfinal-Rückspiel im Europapokal der Pokalsieger, gegen den ungarischen Erstligisten Tatabanya bestreitet. Im Saarland wartet man in der Redaktion der Saarbrücker-Zeitung auf die ersten Ticker-Meldungen aus Ungarn. Das Ergebnis und der Final-Einzug der Gummersbacher sollen noch ins Blatt.
Aber es wird eine ganz andere, eine tragische Meldung: Joachim Deckarm schwer verunglückt im Krankenhaus. Der Weltmeister von 1978 und Ausnahmehandballer und sein ungarischer Gegenspieler Lajos Panovics waren in der Luft mit den Köpfen zusammengeprallt. Jo Deckarm verliert dabei das Bewusstsein und stürzt mit dem Kopf ungebremst auf den Hallenboden. Und das ist kein Schwingboden, sondern – wie damals im sozialistischen Ungarn üblich – eine Betonplatte, überzogen nur mit einer dünnen PVC-Schicht. Die Verletzungen sind allerschwerster Art. Und das Entsetzen bei den Augenzeugen wächst.
Am darauffolgenden Tag versucht die SZ mit Hilfe des damaligen ungarischen Trainers des SC Saargold Saarlouis-Lisdorf, Gyula „Julius“ Moor telefonisch vor Ort zu rescherchieren. Und es sind keine guten Nachrichten. Jo Deckarm liegt im Koma – und er wird es noch ganze 132 Tage bleiben. Als er wieder erwacht, ist ein Sportler-Leben auf so tragische Weise beendet. Der damals beste Handballer der Welt, muss sich mühsam in sein neues Leben zurückkämpfen. Und es gelingt. Heute ist Joachim Deckarm zwar immer noch auf sehr viel Hilfe angewiesen, aber er hat sein zweites Leben angenommen und sich zurückgekämpft, so weit es ging.
Die Verbundenheit aller Handballer, seiner Freunde und seinem eigenen Willen ist es zu danken, dass wir den Menschen Joachim Deckarm wiederhaben. Deshalb ist es auch heute, mehr als 30 Jahre nach diesem tragischen Unfall der HG Saarlouis eine Freude und eine Ehre, zugunsten der Joachim-Deckarm-Stiftung das Benefiz-Spiel gegen den Erstligisten TV Grosswallstadt auszutragen.
Und alle, die am Freitag, 15. Januar, 20.00 Uhr, in der Stadtgartenhalle dabei sind helfen damit unserem Handball-Idol Jo Deckarm ein Stück auf seinem schweren Weg weiter.


















