Eine gute Saison
Von: Peter WagnerZiel Klassenerhalt souverän erreicht - Treffsicherster Angriff: 1112 Tore - 44.436 Zuschauer sahen die Spiele der HGS
Saarlouis. Saisonziel erreicht, Klasse gehalten und eine insgesamt gesehen prima Runde gespielt. Die Bilanz nach aufreibenden neun Monaten Bundesliga-Handball fällt für den Aufsteiger nicht nur sportlich positiv aus. Blättert man ein wenig durch die statistischen Daten dieser Runde fallen einige Dinge besonders auf:
Allen voran hat Danijel Grgic eine Super-Saison absolviert. Er ist nicht nur zweitbester Torschütze der Liga mit 270 Treffern hinter David Breuer vom TV Kroschnbroich, sondern er hat die Mannschaft durch diese Saison als verlängerter Arm von Trainer Andre Gulbicki auf dem Feld geführt. Von seinen Ideen und seinem Einsatz lebte auch Andre Kropp. Viele seiner 156 Saisontore kamen nach raffinierten Anspielen von Dado Grgic zu Stande. Aber auch Daniel Fontaine – der beste Feldtorschütze der HGS mit 183 Treffern – profitierte von Dado genauso, wie der schnelle Rechtsaußen Sven Malte Hoffmann (142 Treffer) und sein Pendant auf der linken Seite Andre Lohrbach (131 Tore). Und auch Jakub Balaz, der aufgrund seiner schweren Verletzung die komplette Rückrunde ausfiel, steuerte in den ersten 17 Spielen 42 Tore bei. Zusammengefasst kann die HGS mit Fug und Recht behaupten mit 1112 erzielten Treffern eine der besten Angriffsreihen im professionellen Handballbereich zu haben – besser könnte wohl lediglich noch der THW Kiel werden.
Mit dem Tabellenplatz 12 ist man in Saarlouis ausgesprochen zufrieden – auch wenn zum Saisonziel der Mannschaft (30 Punkte) noch ein Zähler fehlt. Tabellenplatz vier hat die HGS aber in einer anderen Katergorie im Zweitliga-Vergleich erreicht: 25 491 Saison-Zuschauer in der Stadtgartenhalle sind Beleg dafür, dass die Handball-Begeisterung im Saarland auf einen neuen Höchsttand zusteuert. Nur drei Vereine in der Zweiten Liga Süd hatten bei ihren Heimspielen noch mehr Fans. Aber auch auswärts war die HGS als Aufsteiger für viele Handballanhänger interessant: 18945 Zuschauer sprechen dafür. Insgesamt also die stolze Zahl von 44.436 Zuschauern während dieser ersten Zweitliga-Saison.
Die Festung Stadtgartenhalle hielt in dieser Saison lediglich sechs Mal nicht stand. In elf Partien siegte die HGS. Auswärts holte die HG in dieser Saison 2 Siege und drei Unentschieden. Dabei war so manches Spiel, das am Ende nicht erfolgreich gestaltetet werden konnte, ausgesprochen eng. Eine richtige „Klatsche“ musste Saarlouis in der ersten Zweitliga-Saison weder zu Hause noch in der Fremde kassieren. Die Mannschaft präsentierte sich in allen Liga- und Pokal-Spielen jederzeit als würdiger Bundesligist und von allen etablierten Clubs und von vielen Medienvertretern im gesamten Spielgebiet gab es oft mehr Anerkennung für das Team, als das hier im Saarland wahrgenommen wurde. Somit können alle . Mannschaft, Verein, Sponsoren, Helfer und natürlich die Fans – mit Stolz auf die Saison zurückblicken.
Der Blick geht nun nach vorne – auf eine schwere Saison und gleichzeitig die historisch letzte in einer Liga, die es nächstes Jahr so nicht mehr geben wird. Die Umgestaltung – bei vielen durchaus umstritten – zur eingleisigen 2. Liga bringt für die HGS eine neue Herausforderung. Will man sich dafür sicher qualifizieren, dann muss das Team am Ende der Runde mindestens Platz 9 erreichen. Schwer, aber durchaus nicht unmöglich. Und neben der sportlichen Qualifikation bedarf es auch im wirtschaftlichen Bereich eines neuen Kraftaktes. Die Vereinsführung jedenfalls wird dies mit weiterhin solider Finanzplanung und dem erforderlichen Augenmaß angehen.
Die Gesichter in der Mannschaft werden wechseln, aber die HGS behält ihr Gesicht auch in dieser kommenden schweren Runde.


















