Alles gegeben und gewonnen
Von: Peter WagnerHGS schlägt Erlangen im Herzschlagfinale 28:27 (19:12)
Saarlouis. Sie sind wieder da: Daniel Fontaine und Danijel Grgic. Und das gerade zur rechten Zeit. Das kongeniale Duo im Angriff der HGS und ein bärenstarker Darius Jonczyk im Gehäuse der HGS waren die Eckpfeiler des so wichtigen 28:27 (19:12)-Heimerfolges der Saarländer.
Drei Wochen und drei Niederlagen lang quälten den „doppelten Dani(j)el“ Krankheit und daraus resultierende Schwäche. Am Samstagabend in der mit 1425 Zuschauern trotz Saarlouiser „Mitternachts-Weihnachtsshopping“ bestens besuchten Festung Stadtgartenhalle trumpften die beiden wieder auf – der eine (Fonny) als Vollstrecker mit blitzsauberen 9 Treffern, der andere (Dado) als Denker und Lenker.
Von Anfang an machten die Saarländer in der „besten 1. Halbzeit seit zweieinhalb Jahren“ (Andre Gulbicki) deutlich, wer diese Partie als Sieger beenden wollte. Gegen die beste Abwehr der Liga in 30 Minuten 19 Treffer zu schießen, das war schon aller Ehren wert. Dabei überzeugte aber auch die Abwehr der Gastgeber, die nur 12 Gegentreffer zuließ. Großen Anteil daran hatte Darius Jonczyk. Das HGS-Urgestein fischte ein ums andere Mal die Erlanger Wurfversuche und gab so auch seiner Deckung Sicherheit. Im Angriff setzten Grgic, Fontaine und „Joko“ Julvecourt die Akzente, und auch alle anderen eingesetzten Spieler überzeugten.
Frank Bergemann („Das tat sehr, sehr weh.“) und sein Team gaben sich nicht auf, auch wenn sie mit sieben Treffern Rückstand die Seiten wechselten. Und sie kamen gut aus der Kabine, verkürzten in nur knapp fünf Minuten auf 19:15, bevor den Saarländern der nächste Treffer gelang. Die nahmen jetzt den Kampf wieder an, setzten sich bis zur 48. Spielminute erneut auf 26:20 ab.
Am Ende wurde es dann doch noch mal wie in den Vorjahren ein echter Krimi. Die Mittelfranken hatten offenkundig „Blut geleckt“, arbeiteten sich mit einer jetzt stabiler stehenden Deckung und einem stärker werdenden Torwart Andreas Bayerschmidt weiter heran. Und schafften gut zwei Minuten vor dem Ende durch Christoph Nienhaus den Anschlusstreffer (27:26) und wenig später, nach einer Bayerschmidt-Parade und einer Zeitstrafe gegen Dado Grgic sogar den Ausgleich (27:27). Exakt 30 Sekunden vor dem Abpfiff fasste sich Daniel Fontaine nochmals ein Herz und traf zum entscheidenden 28:27. Frank Bergemann nahm die letzte Auszeit, versuchte sein Team auf den Ausgleichstreffer einzustellen. Doch die HG-Abwehr verhinderte das auch in Unterzahl erfolgreich.
Erlangens Coach Frank Bergemann meinte im Pressegespräch, Saarlouis als Ausflugsziel könne man als Erlanger vergessen. Wieder habe man nichts Zählbares aus dem Saarland mitnehmen können. „Das tut sehr, sehr weh.“
Andre Gulbicki war nicht nur heiser, sondern freute sich auch über die wiedergefundene Form seiner Mannschaft. Diese Form gelte es jetzt zu konservieren, um im Jahresendspurt mindestens noch den einen oder anderen Punkt zu holen.
Tore HGS: Fontaine 9, Grgic 5, Lohrbach 4, Julvecourt 3, Dude 2, Fetser 2, Krings 1, Holzner 1, Czertowicz 1
Tore HCE: Pankofer 9/4, Nienhaus 4, Krämer 4, Münch G. 4, Hock 2, Stumpf 2, Schneck 1, Schmidtje 1
Siebenmeter: HGS 1/0, HCE 4/4
Zeitstrafen in Minuten: HGS 4, HCE 6
Schiedsrichter: Fabian und Christian vom Dorff
Zuschauer: 1425


















