Heimsieg für die Fans

Fünf-Tore-Rückstand nach dem Seitenwechsel aufgholt – 26:24 (9:14) im Endspurt

 

Saarlouis. Große Enttäuschung auf der einen Seite, ein bischen Zufriedenheit auf der andern: Absteiger Saarlouis kann doch noch gewinnen. Nach fünf Niederlagen in Serie reicht es am Freitagabend in einer umkämpften Partie im Schlussspurt zu einem 26:24 (9:14)-Heimsieg gegen den VfL Eintracht Hagen.

 

Nach einer aus seiner Sicht ordentlichen ersten Halbzeit habe sein Team in den zweiten 30 Minuten einiges vermissen lassen. Nils Pfannenschmidt sprach nach dem Spiel von „fehlender Einstellung, fehlendem Willen und fehlender Spieldisziplin“ und zeigte sich von der Leistung seines Teams sehr enttäuscht. Sein Kollege Philipp Kessler attestierte seinem Team mit Ausnahme der 10 letzten Minuten der ersten Hälfte eine ordentliche Leistung, freute sich über eine gute Abwehrarbeit in Halbzeit zwei und einen guten Darius Jonczyk (15 Paraden) dahinter. Aber ein „gutes Handballspiel“ sahen die 910 Zuschauer in der Stadtgartenhalle nicht. Die Partie lebte vom Kampf und diesmal wollte die HG Saarlouis den „Erfolg für ihre Fans“ ein wenig mehr.

 

Saarlouis begann ganz ordentlich, führte trotz dreier technischer Fehler, erst 4:2 (6.) und 7:5 (16.), konnte sich aber nie richtig absetzen, vergab eine Reihe von Bällen und war trotzdem auch nach 20 Spielminuten noch mit 9:8 vorne. Kessler wechselte die Anfangsbesetzung, um einigen Spielern Zeit zum Ausruhen zu geben. Doch genau von da an, gelang den Gastgebern weder vorne, noch hinten etwas. Einzig Darek Jonczyk stemmte sich gegen die Angriffe der Gäste. Aber auch er konnte nicht verhindern, dass Hagen mit einem treffsicheren Daniel Mestrum in vorderster Front, Tor um Tor davonzog, weil der HGS-Angriff nun beinahe jeden Ball wegwarf. Hagen legte – gleich mehrfach per Gegenstoß – eine 6:0-Serie auf die Platte. Als dann Lars Weissgerber unmittelbar vor dem Pausenpfiff einen Siebenmeter an den Pfosten setzte, rechneten die Fans beim 9:14 nicht mehr mit viel an diesem Abend.

 

Doch es kam anders: Kesslers Kabinenpredigt zeigte Wirkung. Wie geplant nutzte die Mannschaft um den stark aufspielenden Falk Kolodziej eine doppelte Überzahl, um das Ergbnis durch Jerome Müller und Marcel Engels (ins leere Tor) auf 11:14 zu stellen. Während nun der Eintracht nix mehr gelang, oder Jonczyk parierte, holten die Gastgeber weiter auf. 14:15 hieß es nach 36 Minuten. Aber Hagen nutzte eine Überzahl-Situation um sich wieder auf zwei Tore Vorsprung abzusetzen (17:19).

 

Exakt 10 Spielminuten blieben noch auf der Uhr, als Lars Weissgerber von der rechten Ausssenposition erstmals wieder ausgleichen konnte (20:20, 50.). Doch Hagen knickte noch nicht ein, verteidigte bis zum 21:22 (52.) einen knappen Vorsprung.

Die Wende aus Sicht der HGS initiiert dann Falk Kolodziej, als er zur 23:22-Führung trifft. Kress kann ausgleichen, Andersson scheitert von der Siebenmeterlinie an Tobias Mahnke und setzt den Nachwurf an die Querlatte. Immer noch 23:23. Hagen kann nicht treffen und erneut zieht Kolodziej mutig aus der Mitte ab: 24:23. Diesmal gelingt den Gästen der Ausgleich nicht und als Engels einen Gegenstoß (Jerome Müller hatte die Kugel abgefangen) zum 25:23 versenkt, ist die Sache vermeintlich entschieden. Doch Saborowski kann von aussen noch mal den Anschluss machen: 25:24. Nils Pfannenschmidt lässt seine Deckung offensiv agieren und dass nutzt wieder Kolodziej, tankt sich durch und netzt 24 Skunden vor dem Abpfiff zum 26:24-Endstand und dem „Heimsieg für die Fans“ ein.

Statistik Saarlouis: Schulz, Jonczyk (15 Paraden, 1x7m), Kreis, Hartz, Kolodziej 6, Murawski 3, Weissgerber 3/1, Barrkow 2, Muller, Müller 4, Andersson 5/1, Paetow, Polydore, Engels 3.

 

Siebenmeter: HGS 2/4, VfL 4/5

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 2, VfL 10

 

Zuschauer: 910

 

Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro