Erst dezimiert, dann verloren
Von: Peter WagnerHG Saarlouis verliert Heimspiel gegen Aue 33:34 (20:17) - Fontaine und Nielsen disqualifiziert - Trotz hartem Kampf und lautstarker Unterstützung durch 1850 Fans war die Festung "gegen 9" nicht zu halten - Aue kämpfte bis zum Schluss verbissen
Saarlouis. Wenn die Verteidiger so massiv dezimiert werden, dann hält auch die Festung nicht stand: Die HG Saarlouis hat ihr Heimspiel gegen den EHV Aue 33:34 (20:17) verloren, nachdem sie ab der 46. Minute ohne den rechten Rückraum Peter Nielsen (Disqualifikation nach 3x 2 Min) und ab der 52. Minute ohne den linken Rückraum Daniel Fontaine (Disqulfikation nach 3x 2 Min) auskommen musste. Obwohl die HGS Fans alles gaben, schaffte eine unermüdlich kämpfende Truppe aus dem Erzgebirge den Kraftakt, die Festung Stadtgartenhalle zu schleifen.
Die Leistung beider Teams ist aller Ehren wert und der Auer Jubelgesang in der Halle nach der Partie nur allzu verständlich. Die gut 1850 HGS-Fans zollten ihrer dezimierten Mannschaft am Ende aufmunternden Applaus für einen guten Fight.
Sie hatten einen Krimi gesehen, wie ihn ein Regisseur nicht besser hätte in Szene setzen können: Die erste Halbzeit völlig ausgeglichen bis zur 22. Spielminute (14:14). Dann gelang es den Saarländern sich mit einem Doppelschlag durch Nielsen und Hoffmann erstmals zwei Tore abzusetzen. Doch Aue ließ nicht nach, schaffte durch den starken Kreisspieler Sillanpää bis Minute 25 wieder den Anschluss (16:15). Aber auch Saarlouis hatte kurz vor der Pause nochmals zuzulegen: Daniel Fontaine und der am Kreis wieder stark aufspielende Dennis Koppenburg sorgten für eine einigermaßen beruhigende 20:17-Pausenführung.
Und die HGS kam mit mehr Schwung aus der Kabine, erhöhte bis zur 36. Minute gar auf 23:18. Wer nun aber glaubte, es könne nix mehr passieren musste sich eines besseren belehren lassen. Anstatt den Sack zuzumachen, versemmelte der HGS-Angriff vier Angriffe in Folge und Aue konterte eiskalt und war mit vier Treffern (3 durch Vesely und 1 durch Agnarsson) wieder dran: 23:22. Auch die Disqualifikation von Silanpää in der 35. Minute hatte die Erzgebirgler nicht wirklich aus dem Konzept gebracht. 8 Minuten vor dem Ende war die Partie immer noch auf Messers Schneide (29:29). Eine Minute später lagen die Gäste mit einem Tor in Führung (29:30) und weitere 2 Minuten danach waren wieder die Gastgeber in Front (31:30). Drei Minuten vor Abpfiff das gleiche Bild. Saarlouis führt mit einem (33:32). 80 Sekunden vor dem Ende erzielt der starke Marcel Schäfer den Ausgleich. Saarlouis im Angriff, noch 50 Sekunden sind zu spielen als Christian Kühn, der zuvor zweimal blitzsauber aus dem Rückraum getroffen hatte, zu früh einen Wurf nimmt und scheitert. Tempo nach vorne und Aue erzielt 14 Sekunden vor dem Abpfiff die 33:34 Führung. Saarlouis kommt zwar nochmals nach vorne, doch nach einem Foul lassen die Unparteiischen die Uhr weiter laufen und die Zeit tickt runter. Dado Grgic kann den Freiwurf nur noch in die Auer Mauer werfen.
Eine schmerzliche Niederlage ist perfekt, zwei wichtige Punkte futsch. Andererseits ist in der Tabelle nicht mehr passiert, als dass die Teams, die sich um den Klassenerhalt streiten, noch enger zusammengerückt sind.
Tore HGS: Grgic 7/2, Fontaine 6, Koppenburg 6, Hoffmann 5, Nielsen 3, Kühn 3, Lohrbach 2/1, Kessler 1
Tore für Aue: Schäfer 8, Meinhard 6/5, Sillanpää 6, Agnarsson 5, Vesely 5, Uematsu 3, Roch 1
Zweitstrafen in Minuten: HGS 14, Aue 8
Siebenmeter: HGS 4/3, Aue 5/5
Disqualifikationen: Sillanpää (nach grober Unsportlichkeit gegen Fontaine), Fontaine nach 3x 2 Minuten, Nielssen nach 3x2 Minuten.
Schiedsrichter: Jürgen Aniol/Dr. Udo Boeken


















