Dem Meister lange Zeit

Paroli geboten

HG Saarlouis für Konstanz gute Generalprobe für Aufstiegs-Relegation

 

Saarlouis. Es war ein Saison-Abschluss, der noch einmal alles bot, was Handball in Saarlouis in dieser Spielzeit ausgemacht hat: Emotion, Leidenschaft, Kampf und Fairness. Noch einmal waren 1150 Zuschauer in die Stadtgartenhalle gekommen und sie erlebten ein attraktives Spiel, in dem Saarlouis über lange Strecken dem souveränen Meister aus Konstanz Paroli bot. Am Ende stand eine 30:35 (16:18)-Niederlage, die vielleicht ein bischen zu hoch ausgefallen ist, aber absolut verdient war.

 

Emotional ging es auch zu, als nach der Partie und dem Trainergespräch im Foyer der Halle vier Spieler aus der aktuellen Mannschaft verabschiedet wurden: Für Dominik Rifel (zurück nach Zweibrücken), Sven Klein (Zurück nach Merzig), Toms Lielais und Pascal Noll (wo es hingeht, ist noch offen) hatte HGS-Team-Manager Richard Jungmann ebenso freundliche Dankesworte, wie für die tollen Zuschauer („…ohne Euch könnten wir das nicht leisten.“) die Sponsoren und das „Team hinter dem Team“.

Wo es hin gehen soll, ist für die HSG Konstanz ganz klar: Schon nächste Woche warten auf Daniel Eblen und sein Team die erste Relegations-Begegnung beim ThSV Eisenach. Dafür sei dieses Spiel in Saarlouis nicht nur emotional (volle Halle), sondern auch sportlich eine gute Generalprobe gewesen, sagte Eblen und hob insbesondere die Fairness der Gastgeber hervor. Von einem attraktiven Spiel sprach HGS-Coach Philipp Kessler, der nicht nur mit dem Fight seiner Jungs an diesem Abend, sondern auch mit der Entwicklung der Mannschaft insbesondere in der Rückrunde und dem sportlichen Abschneiden hochzufrieden ist.

 

An diesem Abend waren es einige wenige Dinge, die am Ende den Unterschied ausmachten: Zum einen die Chancen-Verwertung. Saarlouis ließ nicht nur zwei Siebenmeter, sondern auch ein paar „Hundert-Prozenter“ liegen. Zum anderen zeigt der Zweitliga-Kader vom Bodensee das Quäntchen Cleverness mehr, das in entscheidenden Situationen den Ausschlag gibt. Abgesehen davon agierten die Saarländer durchaus auf Augenhöhe.

 

Das sah zum Beginn der Partie aus Sicht der HGS sogar richtig gut aus. Saarlouis führte nach sechs Minuten 4:1 und Konstanz fand nur langsam ins Spiel. Ab der zehnten Minute schlichen sich dann erste Fehler bei den Gastgebern ein und Simon Tölke im Konstanzer Gehäuse fischte nicht nur zwei Siebenmeter von Leist und Walz, sondern auch einige andere Bälle. So wurde binnen kurzer Zeit aus einer 6:3-Führung (9.) ein 6:7-Rückstand (13.). Zwar ließen sich die Saarländer nicht abhängen, aber Konstanz behauptete clever bis zur Pause (16:18) den knappen Vorsprung.

 

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie eng, hielt Saarlouis bestens mit. Vor allem Ivo Kucharik und Josip Grbavac überzeugten als Torschützen. Bis eine viertel Stunde vor Schluss (25:25) war in der Stadtgartenhalle nichts entschieden und auch zehn Minuten vor dem Ende (26:28) war weiter alles möglich. Doch der Meister behauptete die Kontrolle, setzte starke Akzente, bestrafte Saarlouiser Fehler konsequent und brachte das Spiel mit aller Ruhe und Abgeklärtheit zu Ende.

 

Statistik HGS: Schulz (4 Paraden), Jonczyk (5 Paraden), Kucharik 8, Gbavac 7, Louis 4, Leist 3, Walz 3 Lielais 2, Thiery 2, Noll 1

 

Statistik Konstanz: Wolf (6 Paraden), Tölke (7 Paraden, 2 x 7m), Braun 6, Krüger 5, Wiederstein 4, Tom Wolf 3, Stotz 3, Hild 3, Kaletsch 3/3, Keupp 3, Wendel 3, Jud 1, Schlaich 1

 

Siebenmeter: HGS 0/2, HSG 3/3

 

Zeitstrafen in Minuten: HGS 6, HSG 4

 

Schiedsrichter: Bendel/Schulte-Coerne

 

Zuschauer: 1150